Interviews

Wie Natalie Kolbe mit „Die Mentaltrainerinnen“ neue Wege geht

Mentaltraining aus der Nische holen und für alle sichtbar machen – das ist Natalie Kolbes Herzensanliegen. Mit ihrer Plattform „Die Mentaltrainerinnen“ hat sie einen Ort geschaffen, an dem sich Mentaltrainer:innen vernetzen, austauschen und voneinander lernen können. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie herausfordernd der Einstieg in diesen Beruf ohne Vorbilder oder Mentoring sein kann.

Heute begleitet sie nicht nur Klient:innen auf ihrem Weg zu mehr Selbstvertrauen, Gelassenheit und innerer Stärke, sondern stärkt auch die Profession selbst – sichtbar, praxisnah und mit großer Leidenschaft.

Natalie Kolbe im Interview

Natalie Kolbe interview

Was hat Sie dazu motiviert, „Die Mentaltrainerinnen“ zu gründen und Mentaltraining in Österreich sichtbarer zu machen?

Als ich mich nach meiner Ausbildung zur Mentaltrainerin selbstständig gemacht habe, habe ich nach einer Art Mentorin gesucht, nach einer Mentaltrainerin die schon länger tätig ist und von der ich lernen kann, mich inspirieren lassen kann.

Bei der Ausbildung erhält man viel Wissen, lernt die Techniken und Methoden, macht natürlich auch Rollenspiele und hat Praxisstunden, erfährt im Groben wie so ein Klientengespräch ablaufen kann. Doch in die Tiefe geht es da nicht, da fehlt einfach die Zeit.

Ich wollte sehen, wie andere KollegInnen so ein Gespräch aufbauen und führen. Und dann ist da natürlich noch die große Frage – „wie startet man jetzt wirklich“, was kommt zuerst, was muss ich beachten, darf ich neben meinem Angestelltenverhältnis (viele starten erst mal so) auch noch selbstständig sein, etc.

Ich habe dann zwar jeweils eine Stunde bei 2 Mentaltrainerinnen gebucht, und die waren auch sehr fein, aber so eine richtige Mentorin für die ersten Schritte habe ich nicht gefunden.

Darum habe ich beschlossen mit meiner bisherigen Erfahrung diese Mentorin für interessierte neue bzw. Jung-MentaltrainerInnen zu sein. Aber auch mit schon länger tätigen KollegInnen wollte ich den Austausch fördern. Das ist einer der zwei Gründe warum ich die Plattform, „die MentaltrainerInnen“ gegründet habe.

Hier vernetzten wir uns, tauschen uns gegenseitig aus, lernen voneinander, inspirieren uns und finden teilweise auch ganz spannende Kooperationen.

Der andere Grund ist natürlich die Sichtbarkeit – ich wollte damals, als ich 2021 startete, dass jeder Mensch in Österreich weiß, dass es Mentaltrainer nicht nur im Sportbereich gibt sondern auch in und für die Persönlichkeitsentwicklung. Es war und ist irgendwie noch immer meine Mission, dass jeder Mensch davon erfährt und profitieren kann, wenn sie/er möchte.

Ich habe bei meiner Ausbildung Feuer gefangen, und möchte das alle über die Kraft der Gedanken wissen und ihr Leben damit leichter und zufriedener gestalten können.

Für Ärzte und Therapeuten gibt es ja viele Plattformen, Suchmaschinen, doch für Mentaltrainer gab es das damals noch nicht, jedenfalls habe ich keine gefunden. Und ich wollte damit starten.

Wie würden Sie den Schwerpunkt Ihres Angebots – etwa Stressabbau, innere Stärke oder Selbstbewusstsein – zusammenfassen?

Mein Schwerpunkt liegt eindeutig in der Steigerung des Selbstwertes und Selbstbewusstseins, resultierend dann dem Selbstvertrauen.

Stressabbau bzw. Regulation ist ein großes Thema – gerade auch wenn Frauen zu mir kommen, die von sich selbst sagen, dass sie ein eher geringes Selbstbewusstsein haben. Auch das stresst zusätzlich zu unserer viel zu schnellen und leistungsorientierten Zeit.

Mit einem guten Selbstvertrauen lebt es sich einfach zufriedener und gelassener, da man leichter für seine Bedürfnisse einstehen kann und bewusst Entscheidungen für SICH treffen kann.

Neben all dem wird die mentale Stärke und Resilienz fast von allein mit gestärkt.

Welche Zielgruppen sprechen Sie besonders an, und wie unterscheiden sich Ihre Programme für Frauen, Kinder und Familien?

Ich habe mich in der Begleitung von Frauen und Familien spezialisiert und präsentiere mich so auf meiner Website und in den sozialen Medien. Natürlich begleite ich aber auch Männer, wenn es vom Thema her passt.

Der große Unterschied liegt darin, dass ich bei Kindern immer mit der ganzen Familie arbeite. Das kann man sich so vorstellen, dass ich zuerst die Eltern bei mir habe und ich ihnen vermittle, was ein Kind braucht, um wahres Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aufzubauen und weiter entwickeln zu können. Ich vermittle hier Wissen und gebe den Eltern auch Techniken und Methoden an die Hand, welche sie im Alltag einbauen können.

Ich bin überzeugt und habe auch schon oft erlebt, das Erfolg bzw. Veränderung nur dann nachhaltig eintreten kann, wenn auch die Eltern etwas verändern (Kommunikation, Routinen, ihr eigenes Stresslevel, etc). Das Kind ist höchstens 1x die Woche für 1 Stunde bei mir, und dass nur für ein paar Wochen…

Mit den Kindern selbst, läuft es je nach Alter des Kindes meist spielerisch ab. Ressourcen Arbeit ist es aber bei Frauen und Kindern!

Natalie Kolbe: Methoden für mehr Balance und innere Ruhe

Natalie Kolbe Die Mentaltrainerinnen

Welche Methoden und Tools – z.B. Klangschalen, Meditation, Atemarbeit oder EFT – setzen Sie regelmäßig ein, und was macht sie effektiv?

Also die Arbeit mit den Klangschalen kam dann erst später dazu, da ich noch etwas gesucht habe, was meinen KlientInnen hilft wirklich zu entspannen und loszulassen.

Und da ist die Tiefenentspannung während einer Klangschalen Anwendung schon ganz fantastisch.

Es ist anfangs oft schwer für meine KlientInnen mit mentalen Techniken zu arbeiten, wenn ihr Stresslevel noch so hoch ist, dass das zentrale Nervensystem quasi auf Überlebensmodus läuft. Und mit Klang, Frequenzen und geführten Meditationen sowie Atemübungen kann man das ganz gut regulieren bzw. in Balance bringen.

Bewusstes Atmen ist für mich sowieso die Basis aller weiteren Übungen und Techniken und kann schon so viel verändern bzw. verbessern.

Ich arbeite auch gerne und viel mit positiven Affirmationen, Fragetechniken (z.Bsp. nach Katie Byron) und natürlich auch mit EFT. Besonders mit Kindern klappt diese Klopftechnik ganz hervorragend.

Können Sie einen typischen Ablauf in einer 1:1-Session beschreiben – von der Einstiegsdiagnose bis zur Nachbereitung?

Also zuerst mal ganz wichtig, ich darf und kann keine Diagnosen stellen. Ich bin weder Therapeutin noch Ärztin. KlientInnen kommen mit Themen zu mir, mit Veränderungswünschen bzw. mit dem Wunsch an sich und ihrer mentalen Stärke zu arbeiten, weil sie einfach selbstbewusster, entspannter, zufriedener und gelassener werden wollen.

Oder weil sie lernen möchten, mit ihrem (oft sorgenvollem) Gedankenkarussell, ihren Sorgen und oft auch Ängsten klarzukommen.

Und dann besprechen wir, ob sie bei mir richtig sind und wie ich sie unterstützen könnte ihre Ziele zu erreichen. Das passiert meist im Erstgespräch welches 1,5 Stunden dauert. Da hat der/die KlientIn auch genügen Zeit mich und meine Arbeitsweise kennenzulernen. Es ist schon wichtig, dass man sich sympathisch ist, die Chemie muss passen, sonst macht es der Klientin oder dem Klienten keinen Spaß oder Freude und das ist sehr wichtig.

Danach besprechen wir wie lange die Zusammenarbeit wahrscheinlich dauern kann, ich arbeite hier sehr gerne mit Paketen, da dann auch die KlientIn eine ungefähre Ahnung hat, wo die zeitliche und finanzielle Investition liegt. Das kann ich mit meiner Erfahrung meist ganz gut abschätzen.

Nach jeder Stunde gibt es natürlich auch eine Art Hausübung, eine Technik oder Methode die zu Hause weiter geübt oder trainiert werden sollte. Mentaltraining ist keine „Gesprächstherapie“ – da muss schon was gemacht werden von den KlientInnen, sonst gibt’s keine Resultate. Es heißt nicht umsonst „Training“ 😊.

Gab es einen besonderen Klientenfall oder ein Feedback, das Sie besonders berührt oder Ihnen gezeigt hat, wie nachhaltig Ihre Arbeit wirkt?

Es gibt ganz viel wundervolles Feedback von meinen KlientInnen und ich sehe ganz oft die Wirkung meiner Arbeit – nein die Erfolge der Arbeit, die meine KlientInnen selbst bewirken. Ich gebe ja oft nur den Impuls – die Umsetzung und konsequente Anwendung der Methoden liegt ja bei den Frauen und Familien selbst.

Jede KlientIn und ihre Geschichte sind Besonders.

Es ist für mich vor allem schön zu beobachten, wie sich ihre Körpersprache von mal zu mal verändert, ihre Ausstrahlung, ihre Selbstsicherheit. Oder wenn KlientInnen endlich eine Tätigkeit oder eine Sache gefunden haben, die ihnen Kraft und Energie, oder auch wahre Entspannung schenken.

Eine Klientin, die sich das selbst nie zugetraut hätte, fährt nun regelmäßig alleine auf Wellness Wochenende, um ihre Batterien wieder aufzuladen. Eine andere ist am Weg zur Selbstständigkeit, meine Tätigkeit ist einfach fantastisch – ich liebe, was ich mache!

Und ich lebe Mentaltraining, ich denke das spüren meine KlientInnen auch, deswegen können wir als Team während der Zusammenarbeit auch so viel bewegen und erreichen.

Über Natalie Kolbe:

Mein Name ist Natalie Kolbe. Ich bin Mentaltrainerin für Frauen und Familien und lebe meine Berufung mit voller Leidenschaft. Ich bin verheiratet und Mutter von 2 Teenager Kindern. Unsere Hündin Xilia, macht die Familie komplett.

Früher hatte ich selbst mit Panikattacken zu kämpfen, welche ich tatsächlich mit dem Wissen über die Kraft der Gedanken, Atemübungen und Affirmationen in den Griff bekommen habe.

Heute lebe ich viel bewusster, achte auf meine Energiereserven und habe wieder eine gute Verbindung zu meiner inneren Mitte, meiner Seele.

Heute begleite ich Frauen und Kinder dabei, wieder in ihre innere Kraft und Mitte zu finden. Mit viel Feingefühl helfe ich dabei, negative Gedankenmuster zu durchbrechen, die Kraft der Gedanken zu nutzen, das Selbstbewusstsein zu stärken und wieder Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.

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