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Mst. Wolfgang Sommer: Die Kunst, Körper und Geist in Balance zu bringen

In einer Zeit, in der Bewegungsmangel, Stress und sitzende Tätigkeiten den Alltag prägen, erinnert Mst. Wolfgang Sommer daran, wie wichtig ein bewusster und respektvoller Umgang mit dem eigenen Körper ist. Der Heilmasseur, staatlich geprüfte und medizinische Masseur sowie diplomierte Health Fitness- und Personal Trainer führt in seiner Praxis an der Sonnenallee Menschen jeden Alters zurück zu mehr Bewegungsfreiheit, Körperbewusstsein und Lebensqualität.

Mit seinem ganzheitlichen Ansatz verbindet er Massage, Aufklärung und gezieltes Training – immer mit dem Ziel, nachhaltige Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern.

Interview mit Mst. Wolfgang Sommer

Mst. Wolfgang Sommer Interview

Welche Philosophie oder welches Leitbild steckt hinter „Fit durch den Sommer“?

Mir persönlich liegt der gesunde Umgang mit dem eigenen Körper bzw. das (Wieder-)Erlernen dessen sehr am Herzen.

In einer Zeit, in der unser Körper immer mehr vom Bewegungs- zum Sitzapparat verkommt, ist es umso wichtiger zu wissen, wie man diesem „Verfall“ entgegenwirken kann. Und zwar richtig und nachhaltig!

Auch das damit verbundene Wiedererlangen von Schmerz- und Bewegungsfreiheit ist mir ein großes Anliegen. Wie geht das? Warum entstehen solche Einschränkungen und wie kann man evtl. sogar vorbeugen?

Neben der eigentlich gebuchten Behandlungs- oder Trainingseinheit ist mir Aufklärung auch sehr wichtig. Dafür nehme ich mir gerne auch etwas mehr Zeit. Nur wenn verstanden wird, wie ein Problem entstanden ist, kann es gelöst werden. Optimalerweise kann dadurch später auch vorgebeugt werden.

Sie bieten eine große Bandbreite an Massagetechniken und Anwendungen – von klassischer Massage über Schröpfen bis Ultraschall. Wie entscheiden Sie, welche Methode im Einzelfall die richtige ist?

In der Grundausbildung zum Masseur werden neben diversen Möglichkeiten der Thermotherapie auch Grundlagen zu Elektro- sowie Ultraschalltherapie vermittelt. Weiters sind 6 unterschiedliche Massagetechniken laut Ausbildungsverordnung zu erlernen.

Alles Erlernte ist im Zuge der mehrtägigen Gewerbeprüfung an der Wirtschaftskammer positiv unter Beweis zu stellen und schließt mit dem Meistertitel ab.

Die Aufschulung zum Heilmasseur vertieft sämtliche Techniken noch einmal mit Fokus auf deren therapeutischen Einsatz bei unterschiedlichen Krankheitsbildern.

Hier sind wir mit unterschiedlichsten Diagnosen konfrontiert. Von postoperativ begleitenden Einsätzen, über Beschwerden des Vegetativums (z.B. Verdauung, Schlafqualität, etc.) bis zu dem weitläufig wohl bekanntesten Arbeitsspektrum in der Massage: Verspannungen und daraus resultierende Probleme.

Jede Technik hat bestimmte Indikationen, welche ihren Einsatz rechtfertigen, plausibel machen oder sogar verlangen.

Die Kombination der einzelnen Techniken miteinander ist also durchaus als positive Ergänzung zu sehen.
Mehrere unterschiedliche Reize haben für den Körper oftmals einen Mehrwert. Wir geben in der Körperarbeit Impulse und unterstützen damit die Regenerations- bzw. Heilungsprozesse des Körpers.

Unser Ziel ist immer KlientInnen oder PatientInnen beim Ausbalancieren ihres Systems zu unterstützen.

Dabei macht es klarerweise einen Unterschied, aus welchem Grund man zur Behandlung kommt.

In der Reflexzonentherapie zum Beispiel bestimmen diverse Beschwerdebilder nicht nur die Auswahl der Massagetechnik, sondern auch die Art der Ausführung dieser.
Wollen wir das System beruhigen, sind Griffe entsprechend anzuwenden. Möchten wir anregend arbeiten, wie es oft in Zusammenhang mit Verdauungsthemen der Fall ist, muss auch hier angepasst gearbeitet werden.

Wie gehen Sie auf unterschiedliche körperliche Voraussetzungen oder Gesundheitsziele Ihrer Klienten ein?

Im Mittelpunkt steht das Wohlbefinden des/der KlientIn.

Das beginnt beim Hereinkommen in meine Praxis und setzt sich selbstverständlich auch auf bzw. an der Therapieliege fort.

In meiner Klientenkartei finden sich Kinder ab 6 Jahren genauso wie Schwangere, LeistungssportlerInnen oder PensionistInnen, RollstuhlfahrerInnen, sowie PatientInnen mit (temporären) Gehhilfen.
Ich darf Menschen jeden Geschlechts und Alters unterstützen und begleiten. Hierbei ist neben einer multifunktionalen Therapieliege nicht selten auch das oft sehr persönliche Gespräch eine wichtige Säule.

Mst. Wolfgang Sommer: Kraft als Schlüssel zur Balance

Mst. Wolfgang Sommer Staatlich geprüfter Masseur

Welche Rolle spielt das gezielte Krafttraining bei Prävention und Therapie Ihrer Klienten?

Therapeutisches Training ist Physiotherapeuten vorbehalten.

In meiner Praxis biete ich Trainings zur Prävention diverser muskulärer Dysbalancen genauso an, wie gezielte Trainingseinheiten zur Kräftigung der Körpermitte.

Funktionelle Kräftigung, also Bewegungen wie wir sie im Alltag auch ausführen (sollten), ist hier mein Zugang.
Der Körper lernt Bewegungsabläufe nur über konzentriertes Training. Je komplexer die Bewegungsmuster, umso höher die notwendige Wiederholungszahl, um irgendwann nicht mehr nachdenken zu müssen, ob der Bewegungsablauf korrekt ausgeführt wird.

Öfters buchen auch SportlerInnen eine Einheit bei mir, um technische Feinheiten in deren Bewegungsabläufen zu verbessern. Ein gutes Auge bzw. versierter Trainer hilft hier natürlich sehr, die eigenen Abläufe zu optimieren.

Sie sind auch BIOGENA-Partner – wie ergänzen Mikronährstoffe und Massage in Ihrem Gesundheitskonzept einander?

Wer begreift, dass Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit ist, wird schnell verstehen, dass sowohl unser Körper, als auch unser Geist auf unterschiedlichen Ebenen gepflegt und unterstützt werden will.

Gerade in der schnelllebigen Zeit, in der wir uns befinden, ist es umso wichtiger auf die Zeichen zu achten, die uns unser Körper sendet.

Wie schon angesprochen können Massagebehandlungen unter anderem den körpereigenen Stoffwechsel unterstützen. Dasselbe gilt für Trainingseinheiten und, natürlich, auch die Ernährung.
Um ein optimales Ergebnis erreichen, um sich wohlfühlen zu können, sollten also all diese Ebenen miteinbezogen werden.

Um im Bereich der Mikronährstoffe auch seriös beraten zu können, muss man sich hier ebenso fundierte Kenntnisse aneignen.

Die Ausbildung zum zertifizierten Mikronährstoffcoach über BIOGENA war hier für mich nur der Anfang. Die Komplexität der Thematik verlangt meiner Meinung nach noch tiefergehende Kenntnisse und Verständnis der Wirkmechanismen. Das Studium der Ernährungswissenschaften bzw. der Diätologie ist hier bereits in Planung.

Können Sie ein besonders inspirierendes Projekt oder Kundenerlebnis schildern, aus dem Sie persönlich viel gelernt haben?

Nachdem ich in den letzten 15 Jahren mit wirklich vielen Leuten aus den unterschiedlichsten Gründen arbeiten durfte, ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten.

Ich arbeite sehr nahe an und mit den Menschen. Im Training ist konstruktive Kritik notwendig und während Massagebehandlungen sind KlientInnen unbekleidet.

In beiden Fällen ist Vertrauen die Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Dieses wächst im Optimalfall von Einheit zu Einheit und entwickelt sich stets weiter.

Jede/r Einzelne kommt mit einer eigenen Geschichte in meine Praxis. Und jede/r Einzelne gibt ein Stück Persönlichkeit von sich preis.

Dass sich im Laufe der Zusammenarbeit oft auch eine vertraute Gesprächsbasis mit Vielen ergibt, ist für mich nach all den Jahren immer noch ein sehr schönes Kompliment.

Wenn KlientInnen mir erzählen, dass ihr Besuch bei mir zu den Highlights ihrer Woche gehört, dann berührt mich das nach wie vor – und bestätigt mich in dem, was ich tue.

Über Mst. Wolfgang Sommer:

Zur Bewegung und „Arbeit“ mit dem Körper hat mich Sport, später am meisten das Tanzen, in der Jugend gebracht. Anfänglich nur aus Spaß, dann mit immer mehr Ehrgeiz gepaart habe ich mich zunehmend mit Bewegungsabläufen auseinander gesetzt. Zuerst nur privat, dann in den ersten Ausbildungen.

Dass daraus ein spannender Arbeitsbereich für mich entstehen würde, welcher immer noch stetig wächst und in dem ich sinnstiftend tätig sein kann, war eigentlich gar nicht geplant. Umso schöner sind dann Momente, die einem dies dann vor Augen halten!
„Fitnesstraining… naja… Möchtest du nicht einmal etwas Ordentliches arbeiten!?“ habe ich meine Eltern noch im Ohr.

Ich glaube, ich habe über die letzten Jahre auch die größten Kritiker und Zweifler von der Sinnhaftigkeit meiner Arbeit überzeugen können. Darauf bin ich durchaus stolz!

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