Mag. Martina Duchek begleitet Menschen in herausfordernden Lebensphasen mit großer Einfühlsamkeit, fachlicher Tiefe und einem ganzheitlichen Blick. Der Entschluss zur Gründung ihrer Praxis war das Ergebnis eines intensiven inneren Prozesses, getragen von eigenen Krisenerfahrungen und dem Wunsch, anderen Halt und Orientierung zu geben.
Besonders in Beziehungsthemen, Trennungen und persönlichen Umbrüchen steht sie ihren Klient:innen mit einer Kombination aus Coaching, Körperarbeit und psychologischer Beratung zur Seite. Ihr Ansatz verbindet Herz und Verstand – und die Überzeugung, dass Veränderung immer möglich ist.
Interview mit Mag. Martina Duchek

Was hat Sie auf Ihrem persönlichen und bewegenden Lebensweg dazu motiviert, Ihre eigene Praxis für Coaching, Körperarbeit und psychologische Beratung zu gründen?
Es gab nicht den einen Schlüsselmoment es war mehr ein innerer Prozess, eine Bewegung, die über längere Zeit in mir gewachsen ist. Ich hatte in meinem Leben Phasen, in denen ich selbst an meine Grenzen gestoßen bin – emotional, psychisch und körperlich.
Vor allem meine Trennung und die darauffolgende Scheidung, die zwei Jahre dauerte, hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen und mich sehr viel Kraft gekostet. In dieser Zeit war ich unendlich dankbar für die Unterstützung, die ich damals bekommen habe.
Gerade in diesen Momenten wurde mir bewusst wie wertvoll es ist, jemanden an der Seite zu haben, der Halt gibt, Orientierung und Mitgefühl. Professionelle Unterstützung ist da so hilfreich sich wiederzufinden und wieder Zuversicht zu finden.
Heute ist es mir ein Herzensanliegen, Menschen genau in solchen Lebensphasen zu begleiten, Krisen in der Partnerschaft zu bewältigen, Trennungen zu verarbeiten und sich selbst wieder näherzukommen. Beziehungsprobleme verursachen oft so viel Stress, deshalb ist Stressabbau und Stressprävention immer mit dabei.
Mir ist es besonders wichtig das Thema meiner Klient:innen ganzheitlich zu betrachten mit Herz und Verstand, und mit einer tiefen Überzeugung, dass Veränderung möglich ist.
Sie bieten unter anderem Life Coaching, Cranio-Sacral-Therapie, Kinesiologie und Familienaufstellungen an – wie wählen Sie die passende Methode für das individuelle Anliegen Ihrer Klient:innen aus?
Ich arbeite sehr intuitiv. Mir ist es wichtig den Menschen zu sehen der mir gegenübersitzt, mit all seinen Bedürfnissen, seiner Geschichte und dem was ihn gerade beschäftigt.
Ich habe über die Jahre einen großen Werkzeugkoffer erworben, aus dem ich je nach Situation das passende Werkzeug wähle, das es gerade in diesem Moment braucht.
Dabei vertraue ich auf meine Intuition, meine Erfahrung und die Verbindung von verschiedenen Zugängen. Klassische Gesprächsführung kann genauso ihren Platz haben wie systemische Tools, Körperübungen, Craniosacral Therapie oder achtsame Körperwahrnehmung.
Sie bieten auch „Walk & Coach“ oder „Run & Coach“ im Freien an – welche Wirkung haben Bewegung und Natur auf den Coaching-Prozess im Vergleich zur Arbeit im Praxisraum?
Die Natur ist ein wunderbarer Ort, um Stress abzubauen, auf neue Gedanken und Perspektiven zu kommen. Bewegung hilft, aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Gespräche kommen oft wie von selbst in Fluss.
Gerade bei Erschöpfung oder innerem Druck wirkt das oft befreiend. Ich integriere dabei gezieltes Achtsamkeitstraining und einfache Zentrierungsübungen, um die Verbindung zum eigenen Erleben zu stärken.
Mag. Martina Duchek: Emotionale Intelligenz als Schlüssel zur Entwicklung

Warum ist aus Ihrer Sicht emotionale Intelligenz ein so wichtiger Schlüssel für persönliche Entwicklung – und wie arbeiten Sie konkret mit Ihren Klient:innen daran?
Emotionale Intelligenz ist für mich eine wichtige Säule in der persönlichen Entwicklung – und zur Verbindung mit sich selbst und anderen.
Es geht darum, Emotionen wahrzunehmen, zu spüren und gut mit ihnen umzugehen, statt von ihnen überwältigt zu werden.
Viele haben nie gelernt, wie das eigentlich geht und fühlen sich ihren Gefühlen oft ausgeliefert. Ich vergleiche das gern mit einer Welle: Gefühle kommen, steigen an – und flachen auch wieder ab. Entscheidend ist, die Welle zu surfen, statt sich von ihr überrollen zu lassen.
Denn Emotionen sind keine Schwäche, sondern eine wertvolle Ressource. Sie machen uns lebendig, geben Orientierung und zeigen, was uns wirklich wichtig ist. Wenn wir lernen, mit ihnen in Kontakt zu sein, statt sie zu unterdrücken oder von ihnen überrollt zu werden, entsteht echte innere Stärke und meiner Meinung nach die Grundlage für erfüllende Beziehungen.“
Familien- und systemische Aufstellungen scheinen eine besondere Rolle bei Ihnen zu spielen – was schätzen Ihre Klient:innen daran am meisten, und welche Effekte erleben Sie dabei regelmäßig?
Systemische Aufstellungen sind für viele meiner Klient:innen ein Aha-Erlebnis, weil sie unbewusste Dynamiken sichtbar machen, die unser Denken, Fühlen und Handeln oft stark beeinflussen. Wir leben alle in Systemen – Familie, Partnerschaft, Arbeit – und diese Systeme wirken in uns weiter, auch wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen.
Besonders bei Beziehungsthemen ist diese Methode sehr wirksam. Viele Konflikte oder Muster in Partnerschaften haben ihre Wurzeln nicht nur in der aktuellen Beziehung, sondern in Erfahrungen aus der Herkunftsfamilie. Durch das sichtbar machen und erkennen wird plötzlich klar, warum sich bestimmte Themen oder Verhaltensweisen immer wiederholen.
Ich erlebe diese Arbeit als sehr berührend, weil sie eine tiefe Begegnung mit dem eigenen Inneren ermöglich.
Gab es in Ihrer bisherigen Arbeit ein Erlebnis oder eine Rückmeldung, die Sie persönlich besonders berührt hat?
Es gibt viele Momente, die mich tief berühren. Es sind nicht die großen Gesten, sondern diese stillen inneren Wendepunkte, wenn etwas plötzlich klar wird. Wenn ein Mensch nach einer Krise wieder in Verbindung mit sich kommt, sich neu orientiert und seinen eigenen Weg erkennt.
Besonders bewegend ist für mich, wenn in einem Prozess spürbar wird, dass da plötzlich wieder innere Stärke, Klarheit, Mut zum Vorschein kommt. Die Momente, in denen jemand sich selbst wieder ein Stück näherkommt, authentisch wird, die eigene Wahrheit fühlt, das ist für mich das Schönste an meiner Arbeit. Es zeigt mir immer wieder, wie viel Kraft in Menschen steckt, selbst wenn sie sie vorübergehend verloren haben.“
Sie haben sich in Ihrer Praxis auf Beziehungscoaching und Paarberatung spezialisiert – mit welchen Anliegen kommen Klient:innen besonders häufig zu Ihnen?
Wir Menschen sind ständig in Beziehung, zu unserem Partner, unseren Kindern, unseren Eltern, Kolleg:innen und vor allem – zu uns selbst. Beziehung ist überall, wir können uns gar nicht davon lösen. Und der Wunsch nach einer erfüllten Partnerschaft ist tief in uns verankert.
Zu mir kommen Menschen, die in ihrer Beziehung unzufrieden sind, sich in ständigen Konflikten und Streits verlieren oder sich nicht mehr gesehen fühlen. Manche wissen nicht, ob sie überhaupt noch zusammenbleiben wollen. Ich biete sowohl Einzel- als auch Paarberatung an.
Dabei geht es um ehrliche Reflexion, um das Erkennen von Mustern, Bedürfnissen und Werten. Denn nur wenn ich weiß, was ich wirklich brauche, kann ich es auch kommunizieren und erfüllte Beziehung gestalten und leben: „Denn Beziehung beginnt immer bei uns selbst.“
Ein wesentlicher Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die Sexualität. Sie ist leider oft immer noch mit Scham besetzt oder tabuisiert. Sie ist aber ein zentraler Ausdruck von Nähe, Lebendigkeit und Verbindung in einer Partnerschaft und zu sich selbst. Deshalb liegt es mir am Herzen einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Menschen sich öffnen können, Fragen stellen und neue Wege finden dürfen – frei von Druck oder Bewertung.
Manchmal zeigt sich im Beratungsprozess auch, dass eine Trennung der stimmigere Weg ist.
Dann begleite ich durch die Trennungsphase, durch das emotionale Auf und Ab, durch den Abschied und dabei, sich selbst wieder neu zu begegnen und neu zu beginnen. Fokus dabei ist immer: Nicht was „man“ tun sollte, sondern was ist für diesen Menschen stimmig und richtig. Kompass dabei ist das Herz, denn dies kennt den Weg.
Was ich sonst noch sagen möchte:
Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, oft unverhofft und manchmal sehr heftig. Und es fragt uns dabei: Wie gehst du jetzt damit um? Was ich im Laufe meines eigenen Weges gelernt habe, es ist unsere Wahl und Freiheit genau das zu entscheiden. Wir wählen nicht, was uns passiert – aber wir wählen, wie wir damit umgehen.
Je besser wir uns selbst kennen, unsere Bedürfnisse, unsere Werte, unsere inneren Beweggründe –, desto mehr spüren wir, was unser eigener Weg ist.
Nicht der, den andere für richtig halten, sondern der, der uns wirklich entspricht und von Herzen erfüllt.
In meiner Praxis begleite ich Menschen dabei, genau diesen Weg zu finden. Den Weg der nicht nur durch die Krise führt, sondern auch wieder zu mehr Lebendigkeit und Lebensfreude.


