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Gabriele Winkler: Astrologie, Tarot und Lebensberatung im Zusammenspiel

Gabriele Winkler verbindet Astrologie, Tarot und ganzheitliche Lebensberatung zu einem stimmigen Beratungsansatz, der weit über reine Deutung hinausgeht. Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen dabei, sich selbst und ihre Lebenssituation besser zu verstehen.

Während das Horoskop grundlegende Anlagen sichtbar macht und Tarot das Hier und Jetzt beleuchtet, schafft sie durch persönliche Beratung Raum für nachhaltige Entwicklung. Gabriele Winkler geht dabei in die Tiefe – mit Bewusstsein, Wertearbeit und dem Blick auf individuelle Muster.

Interview mit Gabriele Winkler

Gabriele Winkler Interview

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, Astrologie, Tarot und ganzheitliche Lebensberatung miteinander zu verbinden?

Astrologie und Tarot sind mir schon seit vielen Jahren ein Herzensanliegen.

Astrologie ist ein vorzügliches Werkzeug, um sich selbst und seine Situation zu verstehen.

Das Geburtshoroskop beschreibt, wer wir sind, die aktuelle Zeitqualität (also die Stellung der Planeten am Himmel) sagt aus, wie gut oder wie schlecht wir mit einer allgemeinen Zeitströmung zurechtkommen und ob wir überhaupt persönlich davon betroffen sind.

Tarot ist ein Augenblicksorakel. Meistens steckt in der Frage die Antwort und Tarotkarten decken auf, was wir auf einer tieferen Ebene wissen, auch wenn es uns nicht (ganz) bewusst ist.

Doch mitunter reicht das nicht. Wenn es um tieferliegende Probleme geht, um eine Angelegenheit, mit der der Klient sich schon seit geraumer Zeit herumschlägt, dann ist ihm mit einer astrologischen Analyse oder mit einer bildhaften Tarot-Antwort nicht ausreichend geholfen.

Früher hatte ich solchen Klienten empfohlen, eine psychosoziale Beratung zu machen. Bis mir klar wurde, dass ich das je selber auch machen könnte.

Angenommen ein Mensch hat einen Mond-Uranus-Konflikt im Horoskop. Dann sagt die Astrologie aus: Sie sind jemand mit einem ausgeprägten Nähe-Distanz-Muster und Sie brauchen ein ausreichendes Maß an Autonomie, um Bindung zulassen zu können. 

Mit den Methoden der Lebensberatung kann ich hier weiter in die Tiefe gehen und mit dem Klienten gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln. Vielfach es es zuerst einmal notwendig, sich genauer mit den Emotionen zu beschäftigen.

Ist er  am Mond-Pol und wird von seinen Gefühlen überflutet? Oder ist am Uranus-Pol und drängt seine Emotionen beiseite (durch Arbeiten, Fernsehen, Zerdenken, etc). Wie kann er ein Reiz-Reaktionsmuster unterbrechen oder wie kommt er überhaupt ins Spüren?

Wie wirkt sich die Verbindung von Horoskoparbeit und Tarot in Ihren Beratungen konkret auf die Klient:innen aus?

Astro-Tarot-Mix ist ein Angebot, das meine Klienten sehr gerne annehmen.

Das Geburtshoroskop hat das ganze Leben lang Gültigkeit beschreibt den Charakter daher auf eine allgemeine Weise.

In unterschiedlichen Lebensphasen treten unterschiedliche Konstellationen deutlicher hervor.

Tarot als Augenblicksorakel reagiert immer auf das Hier und Jetzt. Die Fragen an Tarot sind viel konkreter, es geht z.B. explizit um eine berufliche Angelegenheit oder um die Beziehung zu einem bestimmten Menschen.

In Kombination lässt sich erkennen, welche astrologischen Grundanlagen oder welche Transite (aktuelles Zeitgeschehen) durch die Karten besonders angesprochen sind und wie der Mensch damit umgeht.

Karten, die viel Veränderungen darstellen, werden dann willkommen geheißen, wenn das Horoskop viel Feuerenergie enthält. Menschen mit viel Erdanteil im Horoskop hingegen mögen eher Karten, die Stabilität und Sicherheit betonen.  Der Erdmensch empfindet schon einen kleinen Schritt als große Veränderung, der Feuermensch braucht einen Sprung, damit er die Bewegung spürt.

Gabriele Winkler: Präsenz, Persönlichkeit und Lernen mit Tiefe

Gabriele Winkler astrowinkel.at

Warum legen Sie Wert auf Präsenzunterricht und individuelle Kursgestaltung statt auf standardisierte Lernformate?

In einer Welt mit einer Flut von Online-Angeboten möchte ich ganz bewusst einen Kontrapunkt setzen:  Ein physisches Gegenüber von Mensch zu Mensch. Im Wort Präsenzunterricht steckt das Wort Präsenz. Und das halte ich für wichtig: Für mich als Lehrerin und für meine Schüler. Die Aura, die Stimmung, die Gespräche, die Blickkontakte – das alles fehlt bei einem Online-Seminar.

Im Übrigen lege ich viel Wert darauf, dass meine Gäste sich wohlfühlen, ich versorge sie mit Tee, Kaffee, Obst und Keksen. In der Pause kann man sich bei mir Fachbücher durchblättern oder Kartendecks anschauen.

Ich möchte auch Inspirationen und Anregungen zu Materialien geben, die zum weiteren Arbeiten nützlich sind. Das persönliche Setting ermutigt den Lernenden Fragen zu stellen, die er in der Online-Gruppe wahrscheinlich eher für sich behält.

Standardisierte Lernformate passen nicht mehr. Früher kannte man grade mal sein Sternzeichen. Heute wissen viele bereits ihren Aszendenten und oftmals die Mondstellung. Je nach Vorkenntnissen verweile ich länger oder kürzer bei einem Kapitel.

Und auch die Interessen sind unterschiedlich gelagert. Manche Klienten möchten besonders viel über Lilith wissen, die anderen gehen mit ihren Mondknoten stark in Resonanz. In der Regel lassen sich solche Vorlieben ohnedies am Horoskop erkennen. Da ich mit Einzelpersonen und Kleinstgruppen arbeite, ist die Individualisierung naheliegend.

Es gibt keinen anderen Menschen, den man besser kennt als sich selber. Deshalb kann man am eigenen Horoskop am besten sehen und fühlen, wie sich astrologische Konstellationen im realen Leben zeigt. Wer eine prominente Lilith-Stellung hat, für den ist dieser Faktor bedeutend. Also bekommt er mehr Raum.

Wie helfen Ihre Methoden Menschen, die gerade an einer Weggabelung im Leben stehen oder neu beginnen wollen?

Es geht immer um Bewusstsein und um Werte. Welcher Weg ist stimmiger? Was muss oder kann ich aufgeben? Was sind meine Werte und wie priorisiere ich sie? „Beziehung“ wird allgemein als wertvoll eingestuft, „Autonomie“ auch. Aber was wiegt schwerer?  Hier empfiehlt sich Wertearbeit.

Nicht selten stellt sich heraus, dass hinter einer Entscheidungssituation  ein anderes Problem steckt. Ein Mangel an Selbstwert ist oft der tiefere Grund für eine Trennung. Ein Partner fühlt sich nicht gesehen, nicht wertgeschätzt. Er ist enttäuscht und sieht den Grund beim anderen.

Doch wie der Name schon sagt: „Selbstwert“ ist der Wert, den wir uns selbst geben. Kein anderer Mensch kann uns das abnehmen.   Eine Trennung mag trotzdem sinnvoll sein, doch zuerst sollte zugrunde liegende Bedürfnis erkannt werden.

Ein Neubeginn  ist auch ein Abschied. Man kann nicht neu anfangen, ohne vorher ein altes Kapitel abzuschließen.

Vielen Menschen ist das nicht so ganz bewusst, sie zögern Loslösungsprozesse hinaus und halten sich dadurch länger in einem unangenehmen Zwischenraum von Nicht-Mehr und Noch-Nicht. Hier hilft eine ganz bewusste Ausrichtung auf die Zukunft bei entsprechender Würdigung der Vergangenheit.

Gab es ein besonderes Erlebnis oder einen Erfolg in Ihrer Arbeit, der Sie in Ihrem methodischen Ansatz nachhaltig bestärkt hat?

Wie ich mich zur LSB-Ausbildung entschlossen habe:

Ich habe  – wie oben beschrieben – schon länger überlegt, auf welche Weise ich meine Klienten ein Stück weiter begleiten könnte, als das in einer Astro- oder Tarotsitzung möglich ist. Vor 4 Jahren hatte ich die Gelegenheit, an einem Systembrett-Seminar teilzunehmen.

Dabei habe ein Klingeln in meinem Kopf vernommen: Das möchte ich auch anbieten und ab da ging es sehr schnell:  2 Wochen später saß ich bereits in der Ausbildung für Lebens- und Sozialberatung. Die Gewerbeberechtigung ist Voraussetzung für Aufstellungsarbeit.

Ein Erfolgsbeispiel

Eine Klientin mit Eheproblemen suchte mich auf und wollte Kartenlegen. Der Rat der Karten war klar, aber für sie nicht ausreichend. Beim nächsten Mal stellten wir die Situation auf das Systembrett, was ihr vor Augen führte, dass die aktuelle Krise eine lange Vorgeschichte hat.

Ich habe ihr ein paar weiterführende Methoden vorgeschlagen und wie wusste spontan, dass sie Biografiearbeit möchte, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Das Betrachten ihrer bisherigen Beziehungen deckte alte Muster auf und sie konnte erkennen, warum sie sich ausgerechnet diesen Partner ausgesucht hatte.

Ich weiß bis heute nicht, ob sie sich getrennt hat oder nicht. Wichtig war mir die Aussage der am Ende der Beratungsserie: Sie sagte, dass sie sich endlich selber versteht und dass sie jetzt einen Rahmen für ein weiteres Zusammenleben definieren kann.

Lebensberatung ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn das gelingt, wenn der Klient wieder in seiner Kraft ist und das Steuer für sein eigenes Leben wieder in die Hand nimmt, dann habe ich als Beraterin mein Ziel erreicht.

Über Gabriele Winkler:

Ich interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten. Wer tickt wie und warum? Was steckt psychologisch dahinter? Seit meiner Schulzeit habe ich ein Faible für griechisch-römische Götter, nach denen die Planeten benannt sind. Die Verbindung von Psychologie und Astrologie ist mein Schlüssel zum Verständnis menschlichen Verhaltens.

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