Ulrike Fahrner begleitet seit vielen Jahren Menschen in beruflichen und persönlichen Veränderungsprozessen. In ihrer „Praxis im Palais“ in der Josefsgasse bietet sie psychologische Beratung, Coaching und Supervision an – mit Feingefühl, Humor und einem klaren Blick für das Wesentliche.
Seit 2009 ist sie selbstständig tätig und hat seither viele Einzelpersonen, Teams und Führungskräfte auf ihrem Weg unterstützt. Im Gespräch erzählt sie, wie ihre Praxis entstand, was sie an ihrer Arbeit besonders schätzt und warum echtes Zuhören oft der Anfang von Veränderung ist.
Interview mit Ulrike Fahrner

Wie entstand Ihre Praxis „im Palais“ in der Josefsgasse – was hat Sie 2009 dazu motiviert, sich selbstständig als Lebens- und Sozialberaterin mit Coaching und Supervision niederzulassen?
Während meiner Ausbildung habe ich gemeinsam mit Kolleginnen einen Raum gemietet, in dem wir unsere ersten Beratungen durchführen konnten – ein behutsamer Einstieg in die Praxiswelt. Nach meinem Abschluss wuchs in mir der Wunsch nach einem eigenen Raum.
In der Josefsgasse im 8. Bezirk bin ich fündig geworden: Die „Praxis im Palais“ wurde zu meinem beruflichen Ankerplatz.
Sie arbeiten in den Bereichen psychologische Beratung (z. B. Krisenbegleitung, Resilienztraining) und Supervision – wie unterscheiden sich diese beiden Formen im Alltag für Sie und Ihre Klient*innen?
Supervision findet im beruflichen Kontext statt – sie ist keine Selbsterfahrung, sondern fokussiert sich auf Themen wie Zusammenarbeit im Team, berufliche Herausforderungen, Rollenklärungen, Veränderungen oder auch die Frage: Macht meine Arbeit (noch) Sinn?
Die psychologische Beratung hat stärker die Person selbst im Blick: ihre Geschichte, Lebensfragen, Unsicherheiten oder aktuelle Belastungen.
Manchmal hängen private und berufliche Themen zusammen – dann kann es passieren, dass wir in der Supervision auch persönliche Aspekte streifen. Aber nicht in der Tiefe, wie es in einer Beratung möglich und sinnvoll wäre.
Egal ob Supervision oder Beratung – es geht immer darum, tragfähige Lösungen zu finden, die bewegen, stärken oder auch das Gute bewahren.
Wie gestaltet sich ein typischer Tag in Ihrer Praxis – welche Art von Klient*innen kommen zu Ihnen, und wie läuft eine Sitzung ab?
Ich arbeite mit sehr unterschiedlichen Menschen: Führungskräfte, Teams, Einzelpersonen, Menschen in Ausbildung oder in herausfordernden Lebensphasen. Teamsupervisionen finden meist direkt in den Unternehmen statt. Einzelsupervisionen oder psychologische Beratungen bei mir in der Praxis.
Ob in der Firma oder im Praxisraum – der Einstieg ist immer ähnlich: Ich frage, wie es heute geht, was präsent ist, was gebraucht wird. Gemeinsam klären wir ein Ziel für die Stunde – dann geht’s los. Die Menschen sollen spüren: Hier ist Zeit für sie, für das, was gerade dran ist.
Ulrike Fahrner: Humor als Türöffner für Leichtigkeit und Verbindung

Humor scheint Ihnen wichtig zu sein („zertifizierte Lachfalten“) – wie verwenden Sie gezielt Humor in Ihrer Arbeit mit Menschen?
Humor ist für mich kein „Nice to have“, sondern ein Türöffner für Leichtigkeit.
Ich spreche nicht vom Weglachen – sondern von echtem, ehrlichem, gemeinsamem Lachen, das aus dem Moment heraus entsteht. Es lockert, verbindet, macht Dinge oft wieder besprechbar. Ein gutes Wortspiel, ein augenzwinkernder Vergleich – manchmal ist das der Knotenlöser, den es gerade braucht. Und ja, ich glaube: Humor ist ein Zeichen von geistiger Beweglichkeit.
Sie richten sich an sehr unterschiedliche Zielgruppen – z. B. Einzelpersonen, Teams, Führungskräfte sowie Menschen in Ausbildung – wie passen Sie Ihre Methoden und Zugänge je nach Klientel an?
Ich höre zu – und ich höre hin.
Jede Sitzung beginnt mit der Frage: Was braucht es heute? Ich arbeite nicht nach Schema F, sondern wähle aus meinem „Werkzeugkoffer“ das aus, was gerade hilfreich ist.
Die systemische Beratung bietet viele Methoden, aber letztlich zählt: präsent sein, Resonanz spüren, Vertrauen aufbauen. Ich arbeite intuitiv, aber nicht beliebig. Und mit einem feinen Gespür für die jeweilige Lebens- oder Berufswirklichkeit meines Gegenübers.
Welches Feedback oder welche persönliche Erfolgsgeschichte aus Ihrer Tätigkeit hat Sie besonders berührt – und was bedeutet Ihnen dieser Moment in Ihrer Arbeit?
Es sind oft die leisen Momente, die nachwirken: wenn jemand zum ersten Mal weinen kann, ohne sich dafür zu schämen. Wenn Stille entsteht – und etwas in Bewegung kommt.
Ich bin dann einfach da, halte den Raum. Und spüre, wie viel Kraft in diesem Vertrauen liegt.
Ein besonders schönes Feedback ist für mich, wenn ich weiterempfohlen werde. Das zeigt mir: Es hat nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich gepasst. Und das freut mich – jedes Mal.
In einer Zeit, die so laut und schnell geworden ist, braucht es Räume, in denen Menschen sich zuhören, sich zeigen dürfen – und wieder spüren, was ihnen wichtig ist. So einen Raum möchte ich bieten.
Mein Tipp: „Du musst nicht immer stark, fröhlich oder klar sein. Aber ehrlich mit dir selbst – das verändert mehr, als du denkst.“
Über Ulrike Fahrner:
Ein paar Sätze über mich: Ich bin Ulrike Fahrner, Diplomierte Lebens- und Sozialberaterin, Supervisorin und Kommunikationsprofi mit eigener Praxis in Wien.
Ich begleite Menschen und Teams dabei, in komplexen Situationen Klarheit, Leichtigkeit und neue Perspektiven zu finden – mit viel Feingefühl, systemischem Blick und einer guten Portion Humor. Dabei ist mir wichtig, dass echte Veränderung nicht anstrengend sein muss – sondern stimmig.


