Interviews

Mag. Gabriele M. Hochwarter und ihr «move to meet®»-Modell

Mag. Gabriele M. Hochwarter hat ein Modell entwickelt, das Körper, Geist, Emotionen und Spiritualität zu einem Ganzen verbindet. Es zeigt, wie wir aus Stressmustern schnell in Klarheit, Kreativität und Lebendigkeit wechseln können. Die Basis dafür ist echte Selbstführung, die Denken, Fühlen und Handeln in Einklang bringt. Mit «move to meet®» begleitet sie Menschen und Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Authentizität und Wirksamkeit.

Ihr Ansatz geht dabei weit über klassische Coaching-Methoden hinaus und schafft Raum für nachhaltige Veränderung. Das zentrale Ziel: mehr Lebendigkeit, innere Stärke und bewusste Gestaltung des eigenen Lebens.

Interview mit Mag. Gabriele M. Hochwarter

gabriele m hochwarter

Photo Credit: Dorette Foramitti

Was hat Sie damals inspiriert, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – und wussten Sie schon früh, wohin die Reise gehen soll?

Meine Reise in die Selbstständigkeit war kein strategisch geplanter Karriereschritt, sondern vielmehr ein natürlicher Fluss. In den späten 80er Jahren, als meine beiden Töchter noch klein waren, habe ich begonnen, als Fitness- und Aerobictrainerin, eine der ersten ausgebildeten in Österreich, zu arbeiten. Bewegung – mental, emotional, körperlich und spirituell – war und ist für mich die Basis für Gesundheit, Vitalität und Souveränität. Damals war das nur in selbstständiger Form möglich, und so bin ich einfach losgegangen.

Was mich seither begleitet, ist eine tiefe Neugier für das Leben und den Menschen in seiner Ganzheit.

Über die Jahrzehnte habe ich Aus-, Fort- und Weiterbildungen in ganz unterschiedlichen Bereichen gemacht – von evolutionären Prämissen, aus epigenetischen, neurobiologischen, energetischen, tantrischen und schamanischen Erkenntnissen bis hin zu Körperarbeit und Embodiment. Alles fügte sich Stück für Stück zu einem großen Ganzen, das heute mein «move to meet®»Modell ausmacht.

Ob ich damals wusste, wohin die Reise gehen würde? Nein. Und ich weiß es auch heute nicht in allen Details. Was ich aber sehr wohl weiß: „Meine Reise auf diesem Planeten endet mit meinem letzten Atemzug – bis dahin will ich lebendig, neugierig, beweglich und offen bleiben.“
In mir steckt keine statische Zieldefinition, sondern eine innere Haltung, die sich auf Verbindung, Entwicklung und Wirkung ausrichtet.

Was genau ist das Besondere an Ihrem „move to meet®“-Modell – und wie sind Sie auf diese Herangehensweise gekommen?

Das «move to meet®»Modell ist das Ergebnis von über drei Jahrzehnten wissenschaftlicher Erkenntnisse und gelebter Erfahrung – beruflich wie persönlich.

Es vereint all das, was für nachhaltige Entwicklung und authentische (Selbst-)Führung wirklich zählt: das Wissen um die Kraft der Gedanken, das Bewusstsein, dass Gefühle unter anderem aus Gedanken entstehen, das Erkennen, dass unser Körper ein wertvolles Sprachrohr ist, und eine spirituelle Ausrichtung, die innere Sicherheit geben kann. Alles ist miteinander verbunden und beeinflusst sich gegenseitig – sichtbar im gelebten Leben.

Was es besonders macht, ist der ganzheitliche, integrale Ansatz. Viele Menschen versuchen über den Kopf allein Lösungen zu finden – und bleiben in ihren gewohnten Denkmustern stecken. «move to meet®» lädt dazu ein, sich selbst wieder als lebendigen Organismus zu begreifen – mit Interpretationen und Gedanken, Körperempfindungen und Gefühlen, den Grundbedürfnissen des Körpers und Gehirns, dem Lebensstil und den Gewohnheiten, dem sozialen Umfeld und der Natur, um nur einiges zu nennen.

In meinen Trainings und Coachings arbeiten wir deshalb nicht nur an Strategien oder Tools, sondern immer auch an der inneren Haltung. „Nur wer sich in Selbstverantwortung selbst führen kann, kann auch andere führen.“
Diese Herangehensweise ist aus der Summe meiner Erfahrungen entstanden – durch die Arbeit mit unzähligen Menschen, durch Beobachten, Forschen, Hinterfragen und Ausprobieren. Meine Überzeugung: Echte Veränderung wird nur dann nachhaltig, wenn sie verkörpert wird – also im Denken, Fühlen und Handeln gelebt wird.

Sie sprechen davon, vom Überlebens- in den Lebensmodus zu wechseln – wie erkennen Ihre Klient:innen, dass sie im Überlebensmodus sind, und was sollten oder könnten sie dann tun?

Unser Gehirn ist seit der Steinzeit auf Überleben programmiert. In meinem «move to meet®»Modell ist der bewusste und schnelle Wechsel zwischen Überlebens- und Lebensmodus das zentrale Element – nicht als einmaliger Schritt, sondern als wiederkehrender Prozess.

Wir alle geraten mehrmals täglich automatisch in den Überlebensmodus – das ist normal und überlebenswichtig: Unsere evolutionären Stressprogramme reagieren blitzschnell auf vermeintliche Gefahren, egal ob es sich um eine reale Bedrohung handelt oder um eine weitere dringende Aufgabe im Job, einen plötzlichen Krankenstand im Team oder das kranke Kind zu Hause, das betreut werden muss.

Erkennen lässt er sich auf vier miteinander verbundenen und sich gegenseitig beeinflussenden Ebenen. Einige Beispiele:

  • Mental: Gedankenschleifen, Opferrolle, Kontrollzwang, …
  • Emotional: vermeintlich automatische Gefühle wie Angst, Wut oder das Gefühl, nicht gesehen zu werden
  • Körperlich: hoher Blutdruck, Konzentrationsprobleme, Energiemangel, …
  • Spirituell: Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Isolation, innere Leere, …

„Der Schlüssel ist nicht, den Überlebensmodus zu vermeiden, sondern in Weltrekordzeit zurück in den Lebensmodus zu finden.“
Genau hier setzt mein «move to meet®»Modell an: mit Werkzeugen, die diesen Wechsel jederzeit bewusst ermöglichen. Im Lebensmodus sind wir zuFRIEDEn, kreativ, klar, lösungsorientiert – und können unsere Potenziale, Fähigkeiten und Talente voll entfalten.

Mag. Gabriele M. Hochwarter: Der „Säbelzahntiger“ als Stress-Metapher

Mag. Gabriele M. Hochwarter Psychologische Beraterin

Photo Credits: Liza Querner

Welche Rolle spielt der „Säbelzahntiger“ in Ihren Coachings und Trainings – und warum funktioniert dieses Bild so gut?

Bilder sprechen direkt zu unserem Gehirn – deshalb eignet sich der „Säbelzahntiger“ perfekt als Metapher. Er macht verständlich, was bei Stress passiert: Unser System reagiert reflexhaft auf eine vermeintliche Bedrohung – sei es real oder nur im Kopf. Automatisch startet ein evolutionär tief verankertes Überlebensprogramm.

Diese Automatismen zeigen sich auf vielen Ebenen:

  • Physiologisch durch die Aktivierung der Stressachsen.
  • Mental durch typische Stressgedanken wie z.B. Schuldzuweisungen oder endlose Gedankenschleifen.
  • Emotional durch z.B. scheinbar automatisch aufkommende Gefühle wie Angst oder Scham.

Das Bild entlastet, weil es klar macht: Diese Reaktion ist ein natürlicher Reflex. Und es schafft Raum, um bewusst zu handeln. Die Teilnehmenden lernen, den „Säbelzahntiger-Moment“ zu erkennen und schnell wieder in den Lebensmodus zu wechseln – für mehr Selbstverantwortung und somit Selbstführung, innere Ruhe und gelingende Beziehungen.

Was bedeutet für Sie «verkörperte Authentizität» – und wie kann man sie im Alltag wirklich leben?

Für mich bedeutet «verkörperte Authentizität», dass Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln im Einklang sind – als gelebte innere Haltung, nicht nur als Momentaufnahme.

Authentizität zeigt sich auf allen Ebenen: in Worten, Körperhaltung, Mimik, Stimme, Ausstrahlung – und nicht zuletzt in unserem Energiehaushalt und unserer Gesundheit. Diese Kongruenz spüren nicht nur wir selbst, sondern auch die Menschen um uns herum.

Im Alltag beginnt das damit, ehrlich zu sich selbst zu sein: Was denke und fühle ich wirklich? Passt mein Handeln dazu? Oder tue ich etwas nur, um Erwartungen zu erfüllen oder Konflikte zu vermeiden?

Verkörperte Authentizität bedeutet nicht, alles ungefiltert zu sagen, sondern bewusst zu entscheiden, wie ich präsent sein möchte – im Einklang mit meinen Überzeugungen und Werten.

„Echtheit spüren wir – und sie schafft Verbindung und Vertrauen.“
Teilnehmende erleben, dass sie mehr Energie haben, klarer kommunizieren, mehr Vertrauen aufbauen und in Beziehungen wie im Beruf wirksamer werden.

Sie arbeiten sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Teams und Organisationen. Wie setzen Sie das «move to meet®»-Modell in diesen unterschiedlichen Kontexten ein?

Das «move to meet®»Modell ist flexibel einsetzbar – ob im Einzelcoaching, in Workshops, in Trainings mit Teams und Führungskräften oder bei Vorträgen auf Kongressen. Die Grundidee bleibt: Menschen zu ermächtigen, den Wechsel vom Überlebens- in den Lebensmodus in Weltrekordzeit zu meistern – und so ihr volles Potenzial, ihre Fähigkeiten und Talente zu entfalten.

Im Einzelsetting liegt der Fokus auf ganz persönlichen Themen wie Selbstführung, Stressbewältigung, bewusster Entscheidungsfindung, Beziehungsproblematiken, Gesundheit oder der Auflösung blockierender Muster. Wir arbeiten individuell – mental, emotional, körperlich und spirituell – und entwickeln Werkzeuge, die im Alltag nachhaltig ihre Wirkung zeigen.

In Teams und Organisationen geht es um den Menschen im Kontext seiner Rolle. Themen sind auch in diesem Setting die persönlichen Säbelzahntiger und erst in Folge Kommunikation, Konfliktmanagement, gemeinsame Zielorientierung, Gesundheitsförderung oder gesundes Führen um nur einige zu nennen. Je nachdem, was in der jeweiligen Organisation gebraucht wird. „Wenn jede:r Einzelne Verantwortung für sich übernimmt, steigt die kollektive Stresstoleranz – und damit als nicht zu verhindernde Nebenwirkung die Leistungsfähigkeit.“
So lassen sich Konflikte konstruktiver lösen, Kreativität und Innovationskraft steigern, und das Gefühl der Zugehörigkeit wächst.

Über Mag. Gabriele M. Hochwarter:

Meine Berufung lebe ich als (Executive-)Coachin, Trainerin und Vortragende – und begleite seit über 30 Jahren Menschen, Teams und Organisationen dabei, die beste, vitalste und resilienteste Version ihrer selbst zu leben und zu verkörpern.

In meiner Arbeit verbinde ich westliche und östliche wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisorientierten Methoden und meiner tiefen Überzeugung, dass echte Veränderung nur dann nachhaltig wirksam ist, wenn sie alle Ebenen einbezieht: mental, emotional, körperlich und spirituell.

Auf Basis von evolutionären, epigenetischen, neurobiologischen, energetischen, tantrischen und schamanischen Erkenntnissen entwickle ich mit Menschen gemeinsam nachhaltig wirksame und revolutionäre Lösungen.

Mein integrales «move to meet®»Modell befähigt Menschen, in Weltrekordzeit vom starren, reaktiven Überlebensmodus in den agilen, krea(k)tiven und bewussten Lebensmodus zu wechseln – und so in Selbstverantwortung ein sinnvolles, vitales und erfüllendes (Berufs-)Leben zu gestalten.

Ich agiere menschenorientiert, mit Humor und Tiefgang, immer mit Blick auf Verbindung, Entwicklung und Wirkung.

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