Für Isidora Kreconic ist Fotografie weit mehr als das Festhalten von Momenten – sie ist ein Ausdruck von Gefühl, Nähe und echter Verbindung. Mit viel Feingefühl begleitet sie Menschen bei besonderen Lebensereignissen und schafft Bilder, die weit über das Sichtbare hinausgehen.
Im Interview spricht sie über ihre Anfänge, die Bedeutung von Vertrauen vor der Kamera und warum es gerade die leisen, unperfekten Augenblicke sind, die die stärksten Erinnerungen schaffen.
Interview mit Isidora Kreconic

Auf Ihrer Website beschreiben Sie Fotografie als eine Art zu fühlen, zu berühren und zu lieben. Wie sind Sie selbst zur Fotografie gekommen?
In meiner Familie war es immer wichtig, Momente für die Ewigkeit festzuhalten und das wurde in Form von Fotos gemacht. Mein Vater hatte eine Spiegelreflexkamera, meine Mutter eine Analogkamera, und zu jedem Kindergeburtstag wurde die Videokamera ausgepackt und mitgefilmt.
Rückblickend glaube ich, dass genau dort meine Verbindung zur Fotografie entstanden ist. Ich persönlich habe im Alter von 13 Jahren angefangen zu fotografieren, ohne Plan, ohne Struktur und vor allem ohne Anleitung bzw. ohne Wissen, einfach aus dem Gefühl heraus. Es hat mir einfach große Freude bereitet.
Ich hatte damals schon ein Auge fürs Detail und, was noch viel wichtiger war: ein Gespür für Dinge, die nicht sofort sichtbar sind. Ich konnte auf meinen Bildern Momente festhalten, die dem bloßen Auge oft entgehen.
Als ich zu meinem 15. Geburtstag eine Spiegelreflexkamera von meiner Schwester bekommen habe, habe ich begonnen, „Shootings“ mit meinen Freundinnen zu machen. Sie standen vor meiner Kamera und ich konnte mich kreativ ausleben.
Sie fotografieren vor allem emotionale Lebensmomente wie Hochzeiten, Paarshootings oder Schwangerschaft. Was fasziniert Sie besonders daran, solche Augenblicke festzuhalten?
Es sind Momente, die nicht wiederkommen. Mich fasziniert daran, dass diese besonderen Ereignisse nicht zum Alltag gehören. Sie sind Ausnahmen, die man viel zu schnell wieder vergisst, wenn man sie nicht festhält.
Mich fasziniert die Tiefe dieser Augenblicke. Die Emotionen, die darin liegen. Und die Möglichkeit, sie für immer greifbar zu machen.
Manchmal glaube ich, dass meine Bilder nicht nur Erinnerungen sind, sondern ein Weg zurück genau dieses Gefühl wieder zu erleben.
Bei Hochzeiten begleiten Sie Paare durch einen sehr emotionalen Tag. Wie gelingt es Ihnen, diese besonderen Momente authentisch einzufangen?
Ich bin eine stille Beobachterin. Ich arbeite leise, beobachte und greife nicht ein. Ich lasse die Dinge geschehen.
Alles nimmt seinen natürlichen Lauf und genau das ist das Schöne daran: die unperfekten Momente, die zu den wertvollsten Erinnerungen werden.
Eine Träne im Gesicht der Mutter, wenn sie ihre Tochter im Brautkleid sieht, eine Umarmung voller Emotion oder eine flüchtige Berührung, die trotzdem so viel bedeutet. Es sind die kleinen Momente, die eine große Wirkung haben.
Isidora Kreconic: Vertrauen als Basis für echte Bilder

Viele Menschen fühlen sich vor der Kamera zunächst unsicher. Wie schaffen Sie es, eine entspannte Atmosphäre beim Shooting zu schaffen?
Für mich beginnt alles lange vor dem ersten Foto und zwar bei Vertrauen. Die Kamera ist nur ein „Tool“, es geht vielmehr um die zwischenmenschliche Verbindung. Wenn sich Menschen bei mir wohlfühlen, vergessen sie irgendwann die Kamera.
Und genau dann entstehen die ehrlichsten Bilder. Ich gebe Raum, ohne Druck, ohne Erwartungen, „Alles darf, nichts muss.“ Am Anfang begleite ich ein wenig, gebe Sicherheit aber sobald die Anspannung nachlässt, ziehe ich mich zurück. Dann passiert das, was wirklich zählt: echte Verbindung, echte Emotion.
Ich sage meinen Kund:innen oft, dass ein Shooting wie eine kleine Pause vom Alltag ist. Ein Moment, in dem sie einfach nur sein dürfen.
Ob Couple-, Mommy-to-be- oder Portraitshooting – was ist Ihnen besonders wichtig, damit sich Menschen auf Ihren Fotos wirklich wiederfinden?
Echtheit. Emotionen. Man selbst sein. Ich möchte keine perfekte Version eines Menschen zeigen, sondern die Echte.
Meine Stärke ist meine Empathie.
Ich spüre sehr schnell, wenn sich jemand unwohl fühlt, und gehe darauf ein. Für mich ist es essenziell, dass sich jede Person gesehen und verstanden fühlt. Denn nur dann entstehen Bilder, in denen man sich wirklich wiedererkennt.
Gibt es ein Shooting oder einen besonderen Moment mit einem Paar oder einer Familie, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn es gibt nicht den einen Moment, es sind viele. Aber wenn ich eine Sache nennen müsste, dann ist es das Vertrauen, das mir manche Menschen über Jahre hinweg schenken.
Ich begleite eine Familie mittlerweile durch mehrere Lebensphasen: vom ersten Coupleshooting über die Hochzeit bis hin zur Schwangerschaft und zur Geburt ihres Kindes. Diese Entwicklung miterleben zu dürfen, ist für mich etwas ganz Besonderes.
Es ist mehr als Fotografie, es ist Verbindung. Dieses Vertrauen, dass man mir schenkt bedeutet mir unglaublich viel und genau das macht meine Arbeit für mich so wertvoll.
Über Isidora Kreconic:
„Hey, ich bin Isidora! Ich bin ein Fan von Kleinigkeiten, die von großer Bedeutung sind. Ich liebe es mich in Details zu verlieren und mich stundenlang damit zu beschäftigen.
In Alltagssituationen versuche ich das Außergewöhnliche zu sehen und bin ständig auf der Suche mich neu zu entdecken. Ich finde, dass wir auf die Welt kommen, um alles zu erlernen, zu erforschen und auszuprobieren.
Es gibt nicht die perfekte Ausbildung, den perfekten Job, die perfekte Karriere. Es geht darum Erfahrungen zu sammeln und sich immer weiterzuentwickeln. Meine größte Leidenschaft ist es
Liebesgeschichten einzufangen. Bei mir dreht sich alles um ungestellte Momente, entspannte Stimmung und eine gute Zeit.“


