Claudia Kreiner hat ihren eigenen Weg zum Mentaltraining gefunden, als sie selbst an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kam. Heute begleitet sie vor allem Frauen – aber auch Männer – dabei, Stress abzubauen, Selbstzweifel zu überwinden und innere Stärke aufzubauen.
In ihrem Ansatz verbindet sie alltagstaugliche Methoden des Mentaltrainings mit Tiefenentspannungstechniken wie den Access Bars. Dabei legt sie großen Wert auf Eigenverantwortung, Achtsamkeit und die Entwicklung neuer, förderlicher Denk- und Verhaltensmuster.
Sie zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken bewusst zu steuern und so das Leben aktiv in Einklang mit den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Kleine Veränderungen im Denken und Handeln können dabei große Wirkung entfalten.
Interview mit Claudia Kreiner

Was war Ihr persönlicher Auslöser, sich dem Mentaltraining zu widmen – und was hat Sie daran besonders fasziniert?
Mein Auslöser war vor einigen Jahren meine persönliche Situation als alleinerziehende Mama, beruflich im Sozialbereich tätig, bin ich beinahe im Burnout gelandet. Ich wollte für mich und auch für andere Frauen, dass wir Tools kennen und an der Hand haben, dass genau DAS nicht passiert.
Am Mentaltraining hat mich fasziniert, dass jeder Mensch selbst in Eigenverantwortung, allen voran mit den eigenen Gedanken, viel mehr zu seinem Wohlbefinden beitragen kann, als man glaubt.
Es ist möglich, sich selbst ein Leben zu gestalten, in dem man jeden Tag die meiste Zeit in Übereinstimmung mit seinem Herzen verbringt, auch wenn Herausforderungen das Leben begleiten.
Welche Frauen kommen typischerweise zu Ihnen – und mit welchen Themen oder Herausforderungen?
Es kommen sowohl Frauen als auch Männer zu mir. Themen sind hauptsächlich Stress und der Wunsch, etwas dagegen zu tun, das Gedankenkarussell, dass den Alltag belastet sowie Selbstzweifel. Aber auch der Aufbau mentaler Stärke für einen bestimmten Anlass (z.B. für Prüfungen) wird oft genutzt.
Ich möchte jedoch vor allem Frauen ansprechen und präventiv begleiten, die im Pflege- und Behindertenbereich arbeiten, präventiv Stressbewältigung zu trainieren, da vor allem helfende Berufe eine höhere Burnout Rate aufweisen.
Sie arbeiten mit verschiedenen Methoden – was zeichnet ihre Herangehensweise besonders aus?
Ich arbeite sehr individuell und eine alltagtaugliche Umsetzung ist mir wichtig.
Ich sehe mich als Begleiterin und Motivatorin, um die Frauen in ihrer eigenen Stärke dorthin zu begleiten, wo sie ihre Ziele sehen. Ich arbeite Stärken- und Lösungsorientiert, jedoch ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung die Bereitschaft und das eigene Tun der Klientin.
Ich sehe mich als Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne von eigenverantwortlichem Handeln und Umsetzen dessen, was eine positive Veränderung als Ergebnis bringt. Die Kombination aus Mentaltraining mit einer Access Bars Sitzung ist vor allem dann gefragt, wenn Blockaden vorhanden sind und Tiefenentspannung ein Wunsch oder eine Notwendigkeit ist.
Claudia Kreiner: Stress abbauen und mentale Stärke aufbauen

Wie unterstützen Sie ihre Klienten konkret dabei Stress abzubauen und mentale Stärke aufzubauen?
Die Unterstützung richtet sich nach dem individuellen Anliegen und nicht jede Methode ist für jede Klientin gleich gut umsetzbar.
Ich arbeite allem voran mit Zielen, herausfinden der Stressauslöser, Evaluierung von hinderlichen Glaubenssätzen und auflösen derer, Gedankenmuster erkennen und umformen, Selbstzweifel auflösen, förderliche Gewohnheiten finden, planen und umsetzen, Auszeiten und Pausen in den Alltag integrieren.
Dazu nutze ich Methoden und Strategien des Mentaltrainings wie z.B. Entspannungsübungen, Atemtechniken, Körperwahrnehmungsübungen, Achtsamkeitstechniken, Visualisierungen und andere Methoden die ich individuell anwende wie z.B. eine Access Bars Sitzung zur Tiefenentspannung, für mehr Klarheit, lösen von Bölockaden und Loslassen von hinderlichen Glaubenssätzen.
Welche Denk- und Verhaltensmuster erleben sie besonders häufig und wie helfen Sie diese zu verändern?
Denkmuster, die sich oft als Glaubenssätze im Unterbewusstsein verankert haben, die häufig vorkommen sind: „Ich kann das nicht“, „Ich schaffe das nicht“, „Ich darf mir keine Pause gönnen“, „Ich darf mir erst Zeit für mich nehmen wenn alles andere erledigt ist.“.
Viele Menschen, vor allem Frauen, stellen die Zeit für sich selbst hinten an, und dann ist oft keine mehr übrig und der Tag vorbei.
Als typisches Muster erlebe ich auch, dass viele in Gedanken schon beim nächsten Termin, den nächsten To do`s sind, sodass ein entspanntes Verbleiben im Moment, im Hier und Jetzt, schwer möglich ist. Unsere schnelllebige Welt unterstützt diese Denkmuster, weshalb es umso wichtiger ist, einen Ausgleich zu finden.
Denn diese vielen Gedanken stressen einerseits, bringen innere Unruhe und lassen einem viel verpassen, wie z.B. die volle Aufmerksamkeit in Gesprächen oder das bewusste Dasein beim Spielen mit Kindern.
Meine Unterstützung orientiert sich an den Anliegen und der individuellen Situation der Klientin.
Achtsamkeit spielt aber nahezu immer eine große Rolle, ebenso die Erhöhung des Selbstwertes und der Aufbau mentaler Stärke. Mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen, die sich sehr einfach in den Alltag integrieren lassen, gelingt es recht schnell, das „im Moment sein“ auch bewusst umzusetzen.
Mehr Achtsamkeit führt auch dazu, achtsamer mit sich selbst umzugehen und somit Symptome wie Stress und Überforderung früher bewusst wahrzunehmen und somit gegensteuern zu können, z. B. mit Tools zur Stressbewältigung.
Auch das Bewusstmachen von Glaubenssätzen und die Umformung dieser ist ein Teil von Mentaltraining. Von positiver Bestärkung, Stärkenarbeit bis hin zur Integration förderlicher Gewohnheiten in den Alltag, dem Setzen von Zielen und Methoden zur Visualisierung, wie z. B. der Moment of Excellence.
Gab es eine Klientin oder ein Erlebnis, das Sie in Ihrer Arbeit besonders bewegt oder bestätigt hat?
Da gab es durchaus schon mehrere Klientinnen. Oft ist es auch nur ein Satz oder eine Frage meinerseits, wo’s beim Gegenüber schon „klick“ macht. Eine meiner ersten Kundinnen habe ich heute noch sehr gut im Kopf. Sie hat Mentaltraining zusätzlich zur Psychotherapie in Anspruch genommen, um mehr in die Umsetzung zu kommen.
Mithilfe der erlernten Stressbewältigungs- und Entspannungsmethoden konnte die Klientin nicht nur besser bewusst entspannen, sondern hatte auch Tools an der Hand, die sie anwandte, um das Auftreten von Panikattacken erfolgreich zu verringern. Und das hat uns beide wirklich glücklich gemacht.
Eine andere Klientin wollte aus dem Gedankenkarussell heraus, um einerseits schneller einschlafen zu können und andererseits mehr Zeit ganz bewusst mit ihrem Kleinkind zu verbringen, ohne gedanklich ständig abzuschweifen.
Sie konnte die gezeigte Sinnesübung so schnell umsetzen, dass sich ihr Alltag mit ihrem Kind nun viel hochwertiger gestaltet, sie ihre Zeiten gefunden hat, um ihre Gedanken zu ordnen und abends mit einer neuen Gewohnheit der Dankbarkeit und der Visualisierung der Erfolgserlebnissen des Tages schnell einschlafen konnte.
Über Claudia Kreiner:
Ich bin Claudia Kreiner – Mentaltrainerin, Motivatorin und Impulsgeberin. Ich kenne den Spagat zwischen Familie, Beruf und den eigenen Ansprüchen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, in einem helfenden Beruf alles zu geben – und man sich selbst dabei verliert.
Mir ist das selbst in meiner beruflichen Tätigkeit im Behindertenbereich passiert, ich wäre beinahe ins Burnout gerutscht. Und heute möchte ich mit meiner Expertise und 20 Jahren Erfahrung im Behinderten- und Gesundheitsbereich Frauen dabei unterstützen, Stress zu bewältigen, neue Kraft zu finden und sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu stellen, vor allem präventiv.
Denn Burnout kostet viel mehr als Prävention. Viel mehr Energie, viel mehr Zeit, viel mehr Selbstwert, viel mehr Geld.
Genau deshalb begleite ich heute Frauen, die im Pflege- und Behindertenbereich arbeiten, zurück in ihre Kraft. Ehrlich, empathisch und alltagstauglich.
Ohne meine Stressbewältigungsstrategien, förderlichen Gewohnheiten und die Zeit, die ich mir heute sehr bewusst für mich nehme, könnte ich kein Leben in Balance führen, in dem mir trotz vollem Kalender noch Zeit für mich und das, was ich gern tue bleibt.
Alleinerziehend, Führungskraft im Behindertenbereich, nebenbei selbstständig und vielseitig interessiert. Es ist nicht die gefüllte Zeit, die einen ausbrennen lässt, sondern die Dysbalance dessen, wenn du sie nicht auch bewusst für dich selbst nutzt.
Gemeinsam arbeiten wir daran: Mentale Stärke aufzubauen, um Herausforderungen gelassener zu meistern, negative Gedankenmuster zu lösen und lernen, Grenzen zu setzen, mehr Selbstfürsorge und Achtsamkeit in den Alltag zu bringen, individuelle Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln, Raum für dich zu schaffen – ohne schlechtes Gewissen.


