Wieder mehr Übernachtungen in Wiener Hotels und knapp 11.000 neue Firmengründungen – auf der anderen Seite über 124.000 als arbeitslos vorgemerkte Personen. Diesen Herbst zeigt die Wirtschaft der Stadt beide Seiten der Medaille.
Spannung hier, Aufwind da. Die Konjunktur gibt Rückenwind: Die aktuelle Prognose für Wien erwartet 2026 ein reales Wachstum der Bruttowertschöpfung von 1,1 %. Österreichweit werden 0,9 % erwartet. Bei der unselbstständigen Beschäftigung liegt die Wiener Prognose bei plus 0,9 %, während österreichweit mit 0,5 % gerechnet wird.
Das ist zwar kein Boom, aber nach einer längeren schwachen Phase zeichnet sich zumindest eine moderate Erholung ab.
Der Tourismus sorgt für ordentlich Bewegung
Im Juli 2026 wurden in Wien 1,848 Millionen Nächtigungen gezählt. Das waren 3 % mehr als im Juli 2025. Zwischen Jänner und Juli kamen bereits 11,144 Millionen Übernachtungen zusammen, ein Plus von 5 % gegenüber dem selben Zeitraum im Vorjahr.
Beherbergungsbetriebe konnten ihren Umsatz dynamisch entwickeln. Im Juni erreichte der Netto-Nächtigungsumsatz 145,07 Millionen Euro und lag damit 9 % über dem Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr summierte er sich auf 647,813 Millionen Euro. Das entsprach einem Zuwachs von 2 %.
Bemerkenswert ist die Auslastung. Im Juli waren rund 84.500 Hotelbetten verfügbar, etwa 1.600 mehr als ein Jahr zuvor. Trotzdem blieb die durchschnittliche Zimmerauslastung mit rund 73 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die aktuellen Tourismuszahlen des WienTourismus zeigen außerdem, woher die Gäste kamen: Deutschland lag im Juli mit 332.000 Übernachtungen an der Spitze, gefolgt von Österreich mit 299.000 und den USA mit 126.000.
Hotels sind dabei nur ein Teil der Rechnung. Zusätzliche Besucher bedeuten ebenso Kundschaft für Gastronomie, Handel, Museen, Verkehr und andere Freizeitangebote. Wie viel davon bei einzelnen Betrieben ankommt, hängt allerdings sehr vom Standort und der Branche ab.
Prozentzahlen sehen ähnlicher aus, als sie sind
Gerade bei Wirtschaftsdaten lohnt sich ein zweiter Blick. 3 % mehr Nächtigungen, 9 % mehr Monatsumsatz und 73 % Zimmerauslastung tragen dasselbe Prozentzeichen, beschreiben aber völlig verschiedene Größen.
Das gilt ebenso bei digitalen Angeboten mit Geldeinsatz. Dort wird beispielsweise mit Auszahlungsquoten beziehungsweise dem Return to Player, kurz RTP, gearbeitet. Casino.org ist ein Online-Vergleichsportal, das Informationen zu unterschiedlichen Glücksspielanbietern bündelt und unter anderem RTP-Werte, Spieleangebote, Zahlungsmethoden und Auszahlungszeiten gegenüberstellt. Dort finden sich beispielsweise Angaben zur besten Online Casino Auszahlungsquote in Österreich. Nutzer können sehen, welche durchschnittlichen RTP-Werte für einzelne Angebote genannt werden und wie diese einzuordnen sind. Ein RTP von 96 % bedeutet nicht, dass bei 100 Euro persönlichem Einsatz automatisch 96 Euro zurückkommen. Der Wert beschreibt einen theoretischen Durchschnitt über eine sehr große Zahl von Spielrunden.
Kurzfristige Ergebnisse können davon erheblich abweichen. Das finanzielle Verlustrisiko bleibt bestehen.
124.728 Menschen waren im August arbeitslos gemeldet

Beim Wiener Arbeitsmarkt sieht die Entwicklung weniger freundlich aus: Ende August waren 124.728 Menschen arbeitslos vorgemerkt. Gegenüber August 2025 bedeutete das einen Anstieg um 0,7 %. Weitere 28.307 Personen befanden sich in Schulungen, hier sank die Zahl um rund 8 %. Zusammengenommen ging die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer laut AMS um 1 % zurück.
Zwischen den Altersgruppen liegen größere Unterschiede. Bei Menschen unter 25 Jahren sank die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer um 5,7 %. In der Gruppe ab 50 Jahren gab es dagegen ein Plus von 4,1 %.
Noch deutlicher ist die Situation bei der Ausbildung
Das AMS Wien meldete Anfang September 5.440 vorgemerkte Lehrstellensuchende, 496 offene Lehrstellen. Das sind 3,1 % mehr Lehrstellensuchende als vor einem Jahr und 37,8 % weniger gemeldete offene Lehrstellen.
Rein rechnerisch kommen damit fast elf vorgemerkte Suchende auf eine offene Lehrstelle. Das ist kein tatsächliches Vermittlungsverhältnis, weil Berufswünsche, Qualifikationen und freie Stellen zusammenpassen müssen. Die Größenordnung zeigt aber, wie knapp das gemeldete Angebot derzeit ist.
Gründungen erreichen einen neuen Höchststand
Ein anderes Bild liefert die Selbstständigkeit.
Die WKO weist für Wien im Jahr 2025 10.995 Unternehmensneugründungen aus. 2024 waren es 10.072. Damit stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um gut 9 %. Wien kam auf 5,4 Neugründungen je 1.000 Einwohner.
Innerhalb der Stadt gibt es große Unterschiede. Favoriten kam auf 1.015 Neugründungen, die Donaustadt auf 1.004. In der Inneren Stadt wurden 553 gezählt. Wegen der wesentlich geringeren Einwohnerzahl entsprach das dort rechnerisch 34 Gründungen je 1.000 Einwohner.
Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie bildeten mit rund 1.400 Neugründungen die größte Fachgruppe. Werbung und Marktkommunikation folgten mit 1.034, Versand-, Internet- und allgemeiner Handel mit 610.
Wien wächst wieder, aber nicht an jeder Stelle gleich
Tourismus, Beschäftigungsprognose und Gründungszahlen liefern im Herbst 2026 durchaus positive Signale. Ein kräftiger Aufschwung lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Dafür ist das erwartete Wachstum von 1,1 % zu klein und die Situation am Arbeitsmarkt zu unterschiedlich. Während die Zahl jüngerer Menschen in Arbeitslosigkeit oder Schulung gesunken ist, stehen ältere Arbeitssuchende und Lehrstellensuchende vor einer schwierigeren Lage.
Wien geht wirtschaftlich also mit mehr Bewegung in den Herbst.
Ob daraus eine breitere Erholung wird, dürften die nächsten Monate vor allem bei Beschäftigung, Konsum und Unternehmensinvestitionen zeigen.


