Mit Body & Soul Harmony und dem Salzpalast in Wien hat Sonja Thau einen Ort geschaffen, an dem Entlastung, Wahrnehmung und individuelle Begleitung im Mittelpunkt stehen. Ihre Arbeit verbindet körperliche Entspannung, energetische Ansätze und psychische Prozesse zu einem flexiblen Gesamtkonzept.
Statt starrer Methoden setzt sie auf achtsame Gespräche und passgenaue Impulse. Im Interview spricht sie darüber, warum nachhaltige Veränderung nur ganzheitlich gelingt – und weshalb sie sich selbst bewusst als Wegbegleiterin versteht.
Interview mit Sonja Thau

Was hat Sie dazu inspiriert, Body & Soul Harmony und den Salzpalast in Wien zu gründen – und welche Haltung liegt Ihrem Ansatz zugrunde?
Die Inspiration für Body & Soul Harmony entstand aus einem langen Entwicklungsprozess. Schon früh habe ich mich für Humanenergetik interessiert und zunächst mit sehr spirituellen Zugängen gearbeitet.
Mit der Zeit verlagerte sich mein Fokus stärker auf psychische Themen, bis mir in der praktischen Arbeit immer deutlicher wurde, dass es vor allem körperliche Beschwerden sind, die Menschen belasten – oft unabhängig davon, wie bewusst ihnen ihre inneren Prozesse oder ihr energetisches Umfeld überhaupt sind.
In meinen zahlreichen Aus- und Weiterbildungen bin ich immer wieder an Grenzen gestoßen. Keine Methode für sich allein konnte all das abdecken, was Menschen tatsächlich mitbringen.
Irgendwann wurde mir klar, dass körperliche, psychische und energetische Ebenen nicht getrennt betrachtet werden können – alles gehört zusammen.
Daraus entstand über viele Jahre hinweg meine eigene, übergreifende Methode. Ihr wesentliches Merkmal ist ihre Flexibilität: Sie ist nicht starr, sondern passt sich dem Menschen und seinem Thema an. Dadurch stoße ich in der Begleitung nur selten an Grenzen.
Den Salzpalast habe ich bereits 2009 übernommen – zunächst vor allem als Ort, an dem ich meine energetische Arbeit ausüben konnte. Erst mit der Zeit entwickelte sich daraus das heutige Zentrum, in dem unterschiedliche Zugänge zusammenfinden.
Meine Haltung ist dabei klar: Ich verstehe mich nicht als Heilerin oder Problemlöserin, sondern als Wegbegleiterin. Mir ist wichtig, mein Wissen weiterzugeben, Menschen in ihre Wahrnehmung zu bringen und gemeinsam mit ihnen Lösungen zu entwickeln, die für sie stimmig sind.
Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, ihr Leben bewusst und eigenverantwortlich so zu gestalten, wie sie es sich wünschen.
Ihr Zentrum vereint energetische Beratung, körperliche Entspannung und Salzgrotte-Anwendungen. Wie gestalten Sie gemeinsam mit Ihren Gästen individuelle Angebote?
Die individuellen Angebote bei Body & Soul Harmony entstehen nicht nach einem fixen Ablauf, sondern immer im gemeinsamen Gespräch. Viele Menschen kommen zunächst wegen der Salzgrotte zu mir.
Oft ergibt sich bereits dort ein erstes Gespräch darüber, was sie eigentlich belastet – körperlich, psychisch oder auf einer anderen Ebene. Abhängig davon bleibt es entweder bei Salzgrottenbesuche oder es entwickelt sich eine weiterführende Begleitung im Rahmen der PPMR-Methode.
Entscheidend ist dabei nicht, was jemand glaubt zu brauchen, sondern was ihn tatsächlich weiterbringt. Manche Menschen kommen mit sehr konkreten Vorstellungen, weil sie bereits recherchiert haben oder bestimmte Begriffe kennen. Auch dann wird gemeinsam geprüft, ob das Gewünschte sinnvoll ist oder ob ein anderer Zugang zielführender wäre.
Grundlage der Zusammenarbeit ist ein erstes Gespräch, in dem geklärt wird, ob eine gemeinsame Arbeit überhaupt sinnvoll ist und welche Erwartungen beide Seiten haben. Darauf aufbauend werden Ziele definiert und eine individuelle Vorgehensweise entwickelt.
Diese kann unterschiedliche Elemente beinhalten – von Gesprächen über energetische oder körperorientierte Anwendungen bis hin zu begleitenden Methoden.
Wichtig ist dabei, dass Menschen sehr unterschiedlich ticken. Manche brauchen vor allem Gespräche, andere suchen Ruhe, wieder andere reagieren stärker auf körperorientierte Arbeit oder praktische Anwendungen. Diese Unterschiede fließen von Beginn an in die Begleitung ein.
Auch die Dauer ist individuell. Manche Menschen kommen mit ein oder zwei Sitzungen beziehungsweise innerhalb weniger Wochen gut weiter. Andere begleite ich über längere Zeiträume, wieder andere immer wieder phasenweise.
Der Prozess richtet sich danach, wie bereit jemand ist, mitzuarbeiten, und wie viel Veränderung im jeweiligen Moment umgesetzt und verarbeitet werden kann.
Viele Menschen suchen Ihre Angebote in Zeiten von Stress, gesundheitlichen Beschwerden oder Erschöpfung. Welche Themen begegnen Ihnen dabei am häufigsten?
Die Themen, mit denen Menschen zu mir kommen, sind sehr vielfältig und verändern sich auch je nach Jahreszeit und gesellschaftlicher Situation. Ein großer Teil der Besucher nutzt zunächst die Salzgrotte, häufig im Zusammenhang mit Atemwegsbeschwerden oder zur allgemeinen Entlastung.
Im Frühjahr kommen vermehrt Menschen mit allergischen Belastungen, während andere die Salzgrotte als Ort der Ruhe und Regeneration nutzen.
In den Gesprächen zeigt sich jedoch oft, dass hinter den ursprünglichen Anliegen noch weitere Belastungen stehen. Viele berichten von anhaltender Erschöpfung, innerer Unruhe oder dem Gefühl, körperlich und mental nicht mehr richtig in Balance zu sein.
In den letzten Jahren begegnen mir verstärkt Menschen, die sich nach längeren Belastungsphasen dauerhaft geschwächt fühlen und Orientierung suchen.
Daneben spielen Stress, Ängste, emotionale Überforderung, Beziehungsprobleme oder berufliche Unzufriedenheit eine große Rolle. Manche können ihr Anliegen klar benennen, andere spüren lediglich, dass „etwas nicht stimmt“.
Ein wiederkehrendes Thema ist dabei weniger ein bestimmtes Krankheitsbild als vielmehr das Gefühl, mit den eigenen Beschwerden nicht ausreichend abgeholt zu werden oder Zusammenhänge nicht zu erkennen. Viele suchen nach einer ergänzenden Begleitung, die Raum für individuelle Fragen lässt und nicht ausschließlich auf Symptome fokussiert ist.
Sonja Thau: Die Salzgrotte als Ort für Regeneration, Atemfreiheit und mentale Ruhe

Die Salzgrotte „Salzpalast“ ist ein zentrales Element Ihrer Arbeit. Wie wirkt der Aufenthalt dort auf Körper, Geist und Energie?
Der Aufenthalt in der Salzgrotte wirkt auf vielen Ebenen gleichzeitig, vor allem durch die besondere Atmosphäre des Raumes.
Viele Menschen berichten bereits nach kurzer Zeit von tiefer Entspannung. Das Zeitgefühl verändert sich, äußere Reize treten in den Hintergrund, und der Körper kommt zur Ruhe. Nicht selten schlafen Besucher während der Sitzung ein – auch Menschen, denen Abschalten sonst schwerfällt.
Auf körperlicher Ebene nehmen viele wahr, dass sich die Atmung vertieft und freier anfühlt. Besonders Menschen mit saisonalen Belastungen oder dauerhaft beanspruchter Atmung schätzen diese Erfahrung. Im Sommer spielt zudem das konstante, kühle Raumklima eine wichtige Rolle, da es unabhängig von der Hitze draußen einen Ort der Erholung bietet.
Auch mental wirkt der Raum beruhigend. Gedanken werden leiser, die Konzentration verbessert sich, und viele empfinden ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Meditationen, Körperarbeit oder sanfte Bewegungsformen wie Yoga werden in der Salzgrotte oft als intensiver und zugleich entspannter erlebt.
Für manche Menschen spielt auch die energetische Qualität des Raumes eine Rolle. Ohne dies in den Vordergrund zu stellen, berichten Besucher davon, sich nach dem Aufenthalt klarer, leichter oder ausgeglichener zu fühlen. Andere schätzen ausschließlich die Ruhe und Atmosphäre. Beides darf nebeneinander bestehen.
Welche Rolle spielen Ihre Produkte im ganzheitlichen Konzept von Body & Soul Harmony – und wie können sie den Alltag unterstützen?
Produkte spielen bei Body & Soul Harmony keine zentrale, sondern eine unterstützende Rolle. Klassische Salz- oder Pflegeprodukte stehen zur Verfügung, werden aber nicht aktiv beworben. Wer Interesse hat, greift zu – wer nicht, lässt sie einfach stehen.
Anders verhält es sich bei Nahrungsergänzungen, die im Rahmen der individuellen Begleitung eingesetzt werden. Diese werden nicht pauschal empfohlen, sondern ausschließlich gezielt und individuell ausgewählt, wenn sie sinnvoll und notwendig sind. In solchen Fällen sind sie Teil der ganzheitlichen Arbeit und dienen der praktischen Unterstützung.
Im Alltag sind diese Maßnahmen bewusst unkompliziert gehalten. Ziel ist es nicht, zusätzliche Belastung zu erzeugen, sondern praktikable Unterstützung zu bieten. Produkte sind kein Selbstzweck und kein Mittelpunkt der Arbeit, sondern kommen dort zum Einsatz, wo sie sinnvoll sind – und bleiben im Hintergrund, wenn sie es nicht sind.
Gibt es ein Erlebnis oder eine Rückmeldung, die Ihnen besonders gezeigt hat, wie nachhaltig Ihre Arbeit wirken kann?
Ein prägendes Erlebnis war für mich die Begleitung eines jungen Erwachsenen, der mit starker Erschöpfung und innerem Rückzug zu mir kam, nachdem er monatelang auf einen Therapieplatz gewartet hatte.
Im Verlauf der Arbeit wurde deutlich, dass nicht ein Zuviel an Belastung, sondern eine tiefe Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation im Zentrum stand.
In einem geschützten Rahmen konnte ausgesprochen werden, was zuvor kaum bewusst war. Diese Erkenntnis führte zu einer klaren beruflichen Neuorientierung. Mit der Veränderung der äußeren Situation stabilisierte sich auch das innere Erleben deutlich.
Solche Prozesse zeigen mir immer wieder, dass nachhaltige Veränderung weniger durch das Bearbeiten einzelner Symptome entsteht als durch das Erkennen von Zusammenhängen und das Setzen konkreter Schritte im eigenen Leben. Meine Aufgabe sehe ich darin, diesen Prozess zu begleiten, nicht Lösungen vorzugeben.


