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Sebastian Hochleitner: Wie Record17 Unternehmen mit authentischem Video-Content sichtbar macht

Sebastian Hochleitner erzählt, wie aus einer spontanen Anfrage in Australien eine klare berufliche Leidenschaft wurde – und schließlich die Gründung von Record17. Sein Weg vom Elektrotechniker zum Marketingstudenten und später zum Videoproduzenten zeigt, wie vielfältig Erfahrungen zusammenwirken können.

Heute unterstützt er Unternehmen dabei, echte Geschichten sichtbar zu machen. Für ihn zählt nicht die perfekte Inszenierung, sondern ehrlicher Content, der Menschen und Marken glaubwürdig verbindet.

Interview mit Sebastian Hochleitner
Sebastian Hochleitner Interview

Wie ist die Idee zu Record17 entstanden – und was hat Sie dazu motiviert, sich auf Video- und Contentproduktion für Unternehmen zu spezialisieren?

Die Idee ist eigentlich in Australien entstanden. Ich habe dort Marketing studiert und wurde während meiner Ausbildung gefragt, ob ich ein Event filmen kann. Ich habe zugesagt und mich dabei komplett in die Videoproduktion verliebt.

Mir ist aufgefallen, dass das ein ganz spezieller Bereich ist, wo Technik, Kreativität und Problemlösung zusammenkommen. Man ist ständig unterwegs, hat viel Abwechslung und kann gleichzeitig vielen Menschen und Unternehmen konkret helfen. Diese Kombination hat mich fasziniert.

2019 habe ich dann Record17 gegründet. Der Name kommt von „Record“ für Aufnehmen und der 17, weil ich am 17. September Geburtstag habe.

Mein Hintergrund ist etwas unkonventionell – ich habe ursprünglich als Elektrotechniker gearbeitet, dann Marketing studiert und bin schließlich bei der Videoproduktion gelandet. Diese verschiedenen Perspektiven helfen mir heute, sowohl die technische als auch die Business-Seite zu verstehen.

Welche Formate und Leistungen bieten Sie im Bereich Video- und Contentproduktion an – und wie unterstützen Sie damit Unternehmen dabei, ihre Marke authentisch und modern zu präsentieren?

Wir machen hauptsächlich Employer Branding Videos, Social Media Content für Plattformen wie LinkedIn, Instagram und TikTok, Event-Dokumentationen, Livestreaming, Imagefilme, Produktvideos und auch Fotografie.

Von Wien aus arbeiten wir in ganz Österreich mit mittelständischen Unternehmen bis hin zu internationalen Organisationen wie UNIDO, Spusu, OeKB oder RHI Magnesita. Wir sind auch Partner für Marketing- und HR-Agenturen, die ihren Kunden Video-Content anbieten möchten.

Was uns dabei wichtig ist: Wir interessieren uns wirklich für das Unternehmen und die Ziele.

Wir zwingen keine Konzepte auf, sondern entwickeln Content der zu den Menschen und zur Marke passt. Die meisten Leute, mit denen wir arbeiten, stehen das erste Mal vor der Kamera und sind entsprechend nervös. Genau dafür haben wir unseren Ansatz entwickelt: echte Gespräche, kleine Crews und eine entspannte Arbeitsweise. Wenn Menschen sich wohlfühlen können, entstehen die besten Geschichten.

Was verstehen Sie unter „authentischem Video-Content“ – und wodurch unterscheidet er sich für Sie von klassischen Imagefilmen oder Werbevideos?

Authentischer Content bedeutet für uns, dass echte Menschen echte Geschichten erzählen.

Keine Skripte, keine Schauspieler, keine aufgesetzte Marketing-Sprache. Wir lassen Menschen einfach erzählen: über ihre Arbeit, ihre Motivation, warum sie gerne in ihrem Unternehmen arbeiten.

Der Unterschied zu klassischen Imagefilmen ist, dass wir nicht versuchen eine perfekte, polierte Version der Realität zu zeigen. Wir zeigen wie es wirklich ist. Bei Employer Branding Videos zum Beispiel geht es nicht darum, möglichst viele Bewerbungen zu bekommen, sondern die richtigen Bewerber anzuziehen. Und das funktioniert nur, wenn man ehrlich zeigt wie die Arbeit tatsächlich aussieht.

Ein klassischer Imagefilm folgt oft einem Drehbuch und zeigt eine idealisierte Version. Authentischer Content entsteht im Gespräch. Wir stellen Fragen, hören zu und fangen die Momente ein, in denen Menschen wirklich sie selbst sind. Das spürt man im fertigen Video.

Sebastian Hochleitner: Ein Blick hinter den Produktionsprozess

Sebastian Hochleitner Inhaber & Creative Director

Wie läuft bei Ihnen ein typischer Produktionsprozess ab – vom ersten Briefing über das Konzept bis zum finalen Content? Welche Phasen sind Ihnen dabei besonders wichtig?

Das ist sehr individuell und hängt stark von der Anfrage ab. Manche Kunden wissen ganz genau was sie wollen, da geht es viel um Produktionsdetails, Termine und technische Umsetzung.

Bei anderen frage ich ganz offen: Was wünschen Sie sich als Ergebnis? Gibt es Beispiele oder Vorbilder? Besonders wenn jemand das erste Mal ein Video produzieren lässt, ist dieser offene Austausch wichtig.

Konzepte entwickeln wir anfangs natürlich in Abstimmung mit dem Kunden, oft mit Beispielen, damit wir eine gemeinsame Grundlage haben. Manchmal haben Kunden bereits ein fertiges Konzept.

Und manchmal entstehen die besten Ideen durch „Zufall“  wenn man eigentlich gerade etwas anderes macht. Dann werden einfach Ideen zusammengetragen und etwas Cooles daraus gemacht.

Was mir besonders wichtig ist: Die Vorbereitung der Menschen vor der Kamera.

Die meisten können nicht vom Teleprompter ablesen oder sich den Text in so einer außergewöhnlichen Situation merken. Je nach Projekt gibt es manchmal gar keine Fragen zur Vorbereitung, aber wir nehmen uns die Zeit, damit die Person sich wohlfühlt.

Wir machen keinen Stress und fangen einfach mit einem normalen Gespräch an. Wenn man sich dann wohler fühlt, kann man die wichtigen Fragen stellen.

Die Abnahme läuft meistens in zwei bis drei Revisionsschleifen, weil wir ja wissen was der Kunde will. Oft werden nur Details angepasst und 80 Prozent der Inhalte passen bereits.

Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben ist – etwa durch die kreative Umsetzung, die Zusammenarbeit oder das Ergebnis?

Ein Projekt das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist unsere Zusammenarbeit mit labors.at. Das ist das größte private Labor in Österreich. Wir haben mit einem Workshop gestartet und dann für sie über zwei Jahre hinweg kontinuierlich Content produziert.

Von Employer Branding Videos über Social Media Content & Fotoshootings bis hin zu regelmäßigen Postings auf Instagram.

Was dieses Projekt so besonders gemacht hat: Wir haben gesehen, wie Video-Content langfristig wirkt. Viele denken, man macht ein Video und sofort kommen die Bewerbungen. So funktioniert es aber nicht. Ein Bewerber sieht vielleicht ein TikTok, recherchiert dann auf LinkedIn, schaut sich weitere Videos an und geht erst dann auf die Karriereseite. Dieser Prozess dauert oft mehrere Monate.

Bei labors.at haben wir genau das beobachten können. Die Unternehmen, für die wir Content produziert haben, haben über die Zeit hinweg die richtigen Bewerber angezogen, nicht unbedingt mehr Bewerbungen, aber die passenden. Das ist für mich der beste Beweis dafür, dass authentischer Content funktioniert, wenn man ihm die nötige Zeit gibt.

Außerdem war die Zusammenarbeit einfach angenehm. Und ich wurde teilweise schon als Teammitglied von labors.at behandelt.

Welche Entwicklungen oder Trends sehen Sie aktuell in der Video- und Contentproduktion – und wie möchten Sie Record17 künftig weiterentwickeln, um darauf zu reagieren?

Ich sehe mehrere klare Trends: Kurzform-Content wird immer wichtiger, YouTube bleibt weiterhin relevant, aber klassische TV-Produktionen und Werbespots werden weniger.

Der Content wird insgesamt authentischer und ehrlicher, auch Videos mit dem Smartphone sind völlig okay, solange der Inhalt stimmt. Sprecher und klassische Imagefilme werden es zunehmend schwer haben. Behind-the-Scenes Content funktioniert richtig gut, weil Menschen sehen wollen, wie Dinge wirklich ablaufen.

Was Record17 angeht: Wir sind aktuell fünf Personen und wir wollen uns in Richtung zehn Mitarbeiter entwickeln, um auch größere Unternehmen und komplexere Produktionen bedienen zu können.

Aber, und das ist mir wichtig, wir werden niemals eine Agentur sein, bei der die Technik und das Equipment im Vordergrund stehen. Es geht mir hauptsächlich um die Inhalte, die natürlich professionell gefilmt werden sollen. Aber wir werden niemals eine Produktion mit 15 Crewmitgliedern am Set sein.

Klein und fein ist unsere Philosophie. Zwei bis fünf Menschen am Set sind völlig ausreichend. Je kleiner die Crew, desto wohler fühlen sich die Menschen vor der Kamera. Das ist mir wichtiger als das beste Equipment oder die aufwändigsten Setups.

Guter Content entsteht nicht durch Technik, sondern durch echte Geschichten und Menschen, die sich wohlfühlen.

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